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Winston – Ein Kater in geheimer Mission von Frauke Scheunemann

Wer sich regelmäßig hier rumtreibt weiß: Nic mag Katzen und nic mag Bücher. Bücher, in denen Katzen die Hauptrolle spielen, haben also von Haus aus gute Aussichten. Seit einiger Zeit mischt ein neuer Katzenheld die Roman-Landschaft auf. „Winston“ ist ein Kater in geheimer Mission und stammt aus gutem Hause. Und das gleich in mehrfacher Hinsicht.[Weiterlesen]

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Nic mag Helga Rohra

Als Reporterin für verschiedene Zeitschriften schreibt Nic immer wieder über Menschen, die Sie mit ihrer Geschichte, ihrer Energie und Kraft sehr beeindrucken. Menschen, die Gutes tun, auch wenn es ihnen selbst gar nicht so gut geht. Menschen mit Visionen und Menschen, die immer nach vorn schauen. Eine von Ihnen ist Helga Rohra aus München. Eine großartige Frau, die schon sehr früh an einer seltenen Form der Demenz erkrankte.
Wie Helga Rohra ihr Schicksal meistert und dabei noch anderen Menschen hilft, schrieb Nic in FUNK UHR, Bildwoche und TVneu. Und jetzt gibt es die Geschichte auch hier

Rohra ausriss

Mein Leben mit Demenz

 Es begann recht harmlos. Das Lernen fiel ihr nicht mehr so leicht, immer häufiger fehlten die richtigen Worte, manchmal konnte sie nicht einordnen, wo sie gerade war. Eines Tages wusste Helga Rohra nicht mehr, wie ihr Computer eingeschaltet wird. Da war sie 52 Jahre jung.

Sie ging zum Arzt – und musste zwei Jahre warten, bis endlich die richtige Diagnose gestellt wurde. Helga Rohra leidet an einer relativ seltenen Form der Demenz. Bis zu diesem Zeitpunkt arbeitete die Münchenerin noch als freie Simultandolmetscherin, übersetzte aus sieben Sprachen bei medizinischen Kongressen und Fachtagungen. Die Diagnose ein Schock: „Allein das Wort Demenz genügte, um mich in Angst und Schrecken zu versetzen. Wie viele Menschen verband ich damit Abbau, Zerfall, Einschränkung des Erinnerungsvermögens und letztlich den zunehmenden Verlust von Selbstbestimmung und Unabhängigkeit.“

Gesunde Ernährung, Bewegung, mentales Training

Der Schock und die Angst saßen tief bei Helga Rohra. Monatelang verschwieg sie die Diagnose ihrem Umfeld, vor allem ihrem Sohn Jens. Eine Selbsthilfegruppe half ihr schließlich. „Dort fühlte ich mich zum ersten Mal nach langer Zeit wieder verstanden und aufgehoben“, erzählt sie.
Helga Rohra beschloss, sich nicht in ihr Schicksal zu ergeben, sondern zu kämpfen. Sie vertraute sich nicht nur ihrem Sohn an, sie ging auch an die Öffentlichkeit. Zudem bekam ihr Leben eine völlig neue, feste Struktur. Auf dem Programm stehen seitdem gesunde Ernährung, Bewegung und mentales Training. „Ich trainiere mein Gedächtnis, indem ich ausgewählte Zeitungsartikel lese, deren Inhalt mein Sohn hinterher bei mir abfragt.“ Eine Besonderheit der Lewy-Body-Demenz, an der Helga Rohra leidet, sind Halluzinationen, die sie permanent im Alltag begleiten. „Sie können sich das so vorstellen, dass ich am Rand meines Blickfeldes immer einen Stummfilm sehe, in dem ich selbst mitspiele. Das sind Szenen aus meiner Kindheit und meinem vergangenen Leben. Zum Glück nur positive Erinnerungen. Aber es ist natürlich trotzdem zuweilen sehr irritierend.“

Der Kampf für mehr Rechte und Akzeptanz

Ihren Beruf musste Helga Rohra aufgeben. Eine einfache, bezahlte Aufgabe? Fehlanzeige! Sie lebt heute von Hartz IV. „Das Arbeitsamt ist auf Menschen wie mich einfach nicht vorbereitet. Demenz ist für die meisten gleichgesetzt mit der letzten Phase der Krankheit und einem betreuten Leben im Heim.“ Um das zu ändern sowie für mehr Rechte und Akzeptanz Demenzkranker zu kämpfen, ging Helga Rohra schließlich an die Öffentlichkeit. Erste Interviews gab sie anonym, doch dann begann sie, Vorträge zu halten, schrieb sogar ein Buch über ihre Geschichte.

Große Hilfsbereitschaft

Heute, sechs Jahre nach der Diagnose, lebt Helga Rohra immer noch vergleichsweise selbstständig. Sie erklärt: „Nach Einschätzung der Mediziner sollte ich längst im zweiten Stadium der Krankheit sein. Aber ich denke ja gar nicht daran! Mein Sprachvermögen ist, dank Training und Therapie, immer noch sehr gut. Allerdings wird meine Wahrnehmung schwächer. So sehe ich zunehmend Dinge nicht, obwohl sie direkt vor mir liegen. Ich kann mich immer noch recht gut orientieren, allerdings stürze und stolpere ich immer häufiger.
Zum Glück habe ich unglaublich hilfsbereite Nachbarn. Sie bringen mir zum Beispiel etwas zu essen, wenn mein Sohn nicht da ist, oder nehmen mich mit in die Stadt. Das ist natürlich eine sehr große Hilfe, die mir die Freiheit gibt, noch in meiner eigenen Wohnung zu leben. Und genau das ist auch mein Wunsch: mehr freiwillige Hilfsbereitschaft für und von allen Menschen.“

Mehr Informationen von und über Helga Rohra gibt es auf ihrer Homepage:

Das Buch:

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Aus dem Schatten treten – Mehr Rechte für Demenzbetroffene von Helga Rohra
Ist im Mabuse-Verlag erschienen (133 Seiten, 16,90 Euro, ISBN: 9783940529862)

Und es ist natürlich bei Amazon erhältlich

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Nic mag Das Gummistiefel Gefühl von Harald Braun

An dieser Stelle sei mal erwähnt, dass Nic viel liest, ziemlich viel. Das war nicht immer so, aber immer mal wieder. Seit sie allerdings den Widerstand gegen das Lesen in digitaler Form aufgegeben hat, gab es keine längeren Phasen des Nicht-Lesens mehr. Es ist einfach zu schön – am Liebsten im Bett oder in der UBahn und manchmal freut Nic sich sogar darüber, ganz allein in die pickepackevolle Verlags-Kantine zu gehen, niemanden anzuschauen und noch ein paar Seitchen über eine Suppe gebeugt zu inhalieren.

Bücher mit Sonne im Herzen

Dabei lege ich keinen gesteigerten Wert darauf, immer die ganz gehobene Literatur vor der Nase zu haben. Gern dürfen es feine, kleine, unspektakuläre Geschichten sein, die ein warmes, sonniges Gefühl hinterlassen und den Glauben daran stärken, dass die Welt ein toller Ort ist.

Werden solche Geschichten sprachlich so verpackt, dass ich immer wieder breit grinsen oder – noch besser – laut lachen muss, ist das Glück perfekt.

Und solche Bücher schaffen es natürlich auch hierher, an diesen Ort, wo die Dinge ein virtuelles Denkmal bekommen, die Nic mag. Und deshalb gehört auch das Gummistiefel Gefühl hierher.

Das Gummistiefel Gefühl

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Harald Braun, Journalist und Autor, erzählt darin, wie er vom überzeugten Stadtmenschen zum noch-überzeugteren Land-Ei wurde. Wie er seine schicke Altbau-Wohnung gegen ein charmantes Reetdach-Haus in der Pampa eintauschte. Natürlich ist er nicht der einzige Mensch, der diesen Schritt gewagt hat. Was die Geschichte so wunderbar macht ist, dass er sie ehrlich und ohne überflüssigen Schnick-Schnack erzählt. Ehrlich vor allem in Hinblick auf sein Urteil über sich selbst, seine Fähigkeiten und die Talente, die ihm völlig abgehen.
Zum Beispiel ist er handwerklich-gesehen ein Total-Ausfall. Macht aber nichts, denn dafür kann der Mann schreiben – und zwar anständig. Und so profitiert der Leser doppelt. Denn was nützen die schönsten, zwei linken Hände, wenn man sie nicht in richtig-gut-gemachte Sätze verpacken kann?

Sachbuch oder was?

Der Verlag ordnet das Gummistiefel Gefühl als Sachbuch ein. Das ist ein bisschen irreführend und sehr clever. Dadurch sind die Erwartungen an so was wie eine Handlung oder einen Spannungsbogen sehr überschaubar und werden weit übertroffen.
Mir ist es allerdings komplett egal, ob Verlagsmenschen das Ganze offiziell als Sachbuch, Science-Fiction-Klamotte oder Chick Lit titulieren. Ich hab mich bestens amüsiert und bin ziemlich traurig, dass ich mir nach nur 48 Stunden schon wieder eine neue Lektüre suchen muss. Im Vergleich zu Harald Brauns Suche nach einem Haus auf dem Land, in dem er sein restliches Leben verbringen möchte, allerdings eher ein überschaubares Problem … In diesem Sinne: Unterhaltsamen Abend noch