Artikel

Blogstöckchen oder die Männlein-Weiblein-Frage

Freunde der gepflegten Unterhaltung. Ich halte ein Stöckchen in Händen, ein sogenanntes Blogstöckchen. Für alle Nicht-Blogger unter uns: Ein Blog-Stöckchen ist ein Thema, das irgendjemand in diesem Internet spannend findet und gern vielseitig beleuchtet hätte. Deshalb schreibt er zunächst selbst einen Text dazu und bittet dann viele andere Blogger, dies ebenfalls zu tun. Er wirft ihnen das Stöckchen zu und so verbreitet das Thema sich munter weiter.

Danke, 40-something!

Bevor ich nun zum Thema komme, bedanke ich mich erst einmal ganz höflich beim Team von ich mach mir die Welt, das dieses Stöckchen gestartet hat und vor allem den Damen von 40-something, die mir das Stöckchen zugeworfen haben. 40-something ist ein recht neuer und absolut lesenswerter Blog für Frauen im besten Alter und Männer, die sich für Frauen im besten Alter interessieren. Vielen Dank, Esther, Verena und Silke für das Stöckchen zum Thema Männlein-Weiblein-Frage, bzw. zur Frage, was anders wäre, wenn ich ein Mann wäre, zu dem ich nun also ein paar Fragen beantworten darf. Die Fragen dazu liegen schon seit ein paar Tagen auf meinem virtuellen Schreibtisch rum, das Thema schwappt hin- und her. Der Funke will aber nicht so recht überspringen.

Komm zum Punkt, nic …

… werdet ihr jetzt vielleicht denken. Und ich kann das durchaus nachvollziehen. Doch je länger ich über dieses Männlein- und Weiblein-Thema und die Fragen dazu nachdenke, desto mehr stelle ich fest: Ich verbringe sonst fast nie Zeit damit, über Fragen dieser Art nachzudenken und ich bin mit dieser Situation ganz einfach zufrieden. Ich bin gern eine Frau, warum sollte ich darüber nachdenken, wie es wäre, ein Mann zu sein? Ich denke ja auch nicht darüber nach, wie es wäre, in Indien geboren zu sein oder als Katze (wobei …). Im Ernst: Ich nutze meine Energie lieber dafür, das Beste aus dem Leben herauszuholen, in dem ich mich befinde, als hätte-hätte-Fahrradkette-was-wäre-wenn zu spielen. Wobei ich mich durchaus über Männlein-Weiblein-Themen ereifern kann, zum Beispiel damals, als die Sache mit der Mädchen- und Mathe-Frage mich so erboste. Den Text dazu findet ihr auf das-elternhandbuch.de

Ansonsten mag ich das Leben ganz einfach so wie es ist. Ich bin eine Frau und möchte auch nichts anderes sein. Männer sind toll, Frauen auch, die richtige Mischung aus beidem ist der Knaller. Aber nun zu den Fragen und meinen Antworten:

Was wäre anders in deinem Leben, wenn du ein Mann wärst?

Ich würde vermutlich häufiger im Stehen pinkeln.

Was tust du nur deshalb, weil du eine Frau bist?

Ich trage regelmäßig einen BH (sagt es bitte nicht weiter) und ich setze mich zum Pinkeln hin.

Welche Dinge lässt du lieber, weil du eine Frau bist?

Im Stehen pinkeln – ich habe das wohl ausprobiert als ich ca. 4 Jahre alt war und festgestellt, dass es nicht optimal zu meinem Körperbau passt.

Durch welches Klischee fühlst du dich persönlich beeinträchtigt?

Es gibt kein Klischee, durch das ich mich persönlich beeinträchtigt fühle.

In welcher Situation war es von Vorteil, zur Gruppe der Frauen zu gehören?
Rudi Völler und Oliver Bierhoff (r.)

Lange her: Nic bei Interviews mit Rudi Völler und Oliver Bierhoff (r.)

Damals, als ich Fußball-Reporterin wurde, bekam ich den Job u. a. aufgrund meines Geschlechts. Die Theorie des Chefredakteurs: Fußballer sind ständig unter Männern und haben auch meistens männliche Reporter vor der Nase, vielleicht freuen sie sich, wenn mal eine Frau auftaucht. Und so war es auch ein bisschen. Da ich nicht der Sexy-Weibchen-Typ bin, hatte ich auch nicht eine Sekunde Sorge, dass ich nicht ernst genommen werden würde. Es war eine spannende Zeit, viele der männlichen Kollegen halfen mir mit Insider-Wissen und klugen Tipps und ich fand es großartig, diesen unerwarteten Frauen-Bonus zu bekommen. Oder war er letztlich einfach auf meinen freundlichen Charakter zurückzuführen???

Gibt es Situationen, in denen das Geschlecht keine Rolle spielt?

Was für eine Frage … soll ich all diese Situationen jetzt wirklich aufzählen? Nein, liebe Leute, das erspare ich mir und euch. Statt dessen möchte ich euch an dieser Stelle eine andere Geschichte ans Herz legen, die mir heute morgen schon viel Freude bereitet hat. Die aktuelle Kolumne von Meike Winnemuth im Stern. Es geht um Würstchen, aber keine Angst, auch Vegetarier werden an dem Text ihre Freude haben, männliche, weibliche und alle anderen auch. In diesem Sinne: Schönen Pfingstmontag noch 🙂

Ach, übrigens: Ich werfe das Blogstöckchen nicht aktiv anderen Bloggern zu. Sollte irgendeiner von euch es gern aufgreifen wollen, nicht schüchtern sein: Schnappt es euch und lasst die Welt wissen, wie ihr zu dem Thema steht. Ihr müsst auch nicht so rumschwurbeln wie ich. Es reicht, wenn ihr die Fragen beantwortet!

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

5 Kommentare

  1. Pingback: 6 persönliche Fragen zum Thema Geschlechterrollen | Die Rosa-Hellblau-Falle

Kommentare sind geschlossen.