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Scheiß auf die guten Vorsätze!

„Scheiß auf die guten Vorsätze!“ Das klingt ja schon mal irgendwie gut. So rebellisch. Da jubelt doch der kleine Rockstar in uns und zapft sich noch ein Bierchen, während er eine neue Zigarette anflammt und sich versonnen über die behaarte Plautze streicht.

Scheiß auf die guten Vorsätze!

Ich denke, ich habe tatsächlich noch nie an dieser „Im nächsten Jahr wird alles anders“-Sache partizipiert. Statt dessen verfolge ich eine ganz andere Strategie. Ich warte immer auf den Tag, an dem eine dieser lustigen Stimmen in meinem Inneren sagt: Los geht’s! Auf diese Weise habe ich schon die verrücktesten Dinge getan. Ich habe aufgehört zu rauchen (natürlich habe ich auch schon mehrfach angefangen zu rauchen), und seit dem letzten Mal aufhören im Rahmen der lustigen Hypnose-Sitzung bei Claudia Krebs, habe ich einfach nicht wieder angefangen. Selbstverständlich war das nicht am 31.12.. Es war irgendwann im März, im Jahr 2013, meine ich.

Sex, Sport und Spaß

Die drei großen S im Leben. Auch zu Ihnen haben die Stimmen eine klare Meinung: Auf gar keinen Fall bis zum 1. Januar warten! Machen! Wann immer sich die Gelegenheit bietet. Also zumindest ein Lachen täglich ist doch wohl drin ;) Der Rest ist verhandelbar.

Strand Pelzerhaken – Foto: Nicole Stroschein

Spaß am Strand

Der beste Motor, um beispielsweise eine kleine Runde durch den Wald zu drehen, ist, mir die Erlaubnis zum Nichts-Tun zu erteilen. Sowas in der Art habe ich schon von vielen Menschen gehört. Wenn wir das kleine Wörtchen müssen in all seinen Varianten aus unserem Wortschatz streichen, kommt sofort ein Gefühl von Freiwilligkeit auf, das zu großartigen Dingen animiert. Wenn wir uns sagen, wir dürfen, können oder – noch besser – wollen das Leben genießen, dann werden wir das auch tun. Ähnlich funktioniert das übrigens auch mit anderen. Du musst den Müll raustragen oder du musst mich immer dienstags anrufen klingt ziemlich unsexy, probiert mal eine der anderen Varianten – bei Teenagern hilft grimmig gucken und das WLAN abschalten ggf. unterstützend zu „Schatz, du darfst dein Zimmer aufräumen“…

Alternative Weihnachten

Ich mag dieses Fest – wirklich. Natürlich stellen wir auch ein freundliches Bäumchen auf und behängen es mit Lichtern und dekorativem Gedöns, in diesem Jahr sogar selbstgebastelt. Ich finde allerdings überhaupt nicht, dass man ausgerechnet an diesen drei Tagen im Jahr sämtliche Verwandten und evt. noch Bekannten sehen, anrufen, mit Kurznachrichten oder emails versehen muss, wenn überhaupt darf man das tun. Man kann es aber auch bleiben lassen und trotzdem all die genannten furchtbar lieb haben.

Strand Pelzerhaken – Foto: Nicole Stroschein

Pelzerhaken an der Ostsee – Foto: Nicole Stroschein

Und deshalb habe ich mich dieses Jahr sogar einen ganzen Tag ans Meer abgesetzt. Ich schwöre, das war in etwa das Schönste, was ich jemals zu Weihnachten getan habe. An dieser Stelle schließt sich langsam der Kreis, so dass ich demnächst zum Ende komme, mit dem letzten Textchen des Jahres. Scheißt auf gute Vorsätze! Tut einfach das, was die inneren Stimmen sagen. Hängt doch mal die Weihnachtskugeln im Juli an eine Palme, fahrt im Dezember ans Meer und übernachtet im VW-Bus, trinkt noch ein Gläschen extra von was auch immer und singt sehr, sehr laut Schnulzen mit, egal, wie das klingt und was die Nachbarn davon halten könnten. Genau das werde ich jetzt auch tun. Ein Whitney-Houston-Schnülzchen zum Jahresabschluss geht immer, zu jeder anderen Jahreszeit allerdings auch!

Wie jetzt? Ihr habt keine Stimmen, die zu euch sprechen? Oh – dann weiß ich auch nicht so genau. Da solltet ihr vielleicht doch mal mit jemandem drüber sprechen, der was Kluges studiert hat. In diesem Sinne: Lasst krachen und scheißt auf die guten Vorsätze!

Wir lesen uns :)

Strand Pelzerhaken – Foto: Nicole Stroschein

Strand Pelzerhaken – Foto: Nicole Stroschein

NicMag

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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