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Zum ersten Mal Tennis mit über 40? Na klar!

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Neues ausprobieren? Da bin ich dabei! Malen, Mähroboter oder Sportabzeichen – bekanntermaßen stehe ich total darauf, mich Herausforderungen aller Art zu stellen. Und ich habe auch regelmäßig für Zeitschriften aller Art darüber berichtet, wie Menschen in vergleichsweise hohem Alter Premieren feierten. Vom Klavierunterricht bis zur Ballonfahrt mit 80. Und so entschied ich mich kürzlich auch mal wieder, etwas Neues auszuprobieren: Tennis.

Vielleicht mal Tennis?

Ich habe ja in meinem Leben schon einige, sportliche Aktivitäten angetestet oder auch intensiver betrieben. Wasserball war viele Jahre mein Sport, Fitness-Studios lange mein zweites Zuhause, Yoga, Pilates, Hot Iron, Zumba oder Step-Aerobic – ich war dabei. Aus experimentellen Gründen fuhr ich Motorrad, tanzte Tango und natürlich ließ ich keine Gelegenheit aus, Beach-Volleyball, Tischtennis, Federball oder Garten-Fußball zu spielen. Tennis spielte bisher in meinem Leben keine Rolle – abgesehen von passivem Konsum vor dem Fernseher (Ehrensache). Vor einiger Zeit aber setzte sich der Gedanke daran in meinem Kopf fest.

Wenn die Umsetzung so nah liegt …

Tennisplatz

Der Tennisplatz

Mein Sohn spielt schon seit Jahren im nahgelegenen Sportverein Fußball, ich verbringe also regelmäßig Zeit auf dem Fußballplatz, der direkt neben der Tennis-Anlage des Vereins gelegen ist. Allerdings hatte ich letzterem bisher nie Aufmerksamkeit geschenkt. Warum eigentlich? Bewegung an der frischen Luft, nette Menschen und ein Sport, der dank spielerischen Elementen vergessen lässt, dass man rennt – perfekt eigentlich! Nun, mit deutlich über 40 sickerte es aber langsam in mein Hirn ein, dass hier ein guter Ansatz für mein etwas vernachlässigtes Bewegungsdasein liegen könnte. Zumal meine liebe Freundin und Kollegin beim Elternhandbuch Heike ein regelrechter Tennis-Junkie ist 😀

Tennis – so viele Fragen …

So beherzt ich allerdings auch an viele Dinge im Leben herangehe – hier arbeitete zunächst vor allem der Kopf. So viele Fragen kamen mir in den Sinn, bevor ich überhaupt die ersten Schritte unternahm:

z. B.:

  • Was kostet der Spaß?
  • Muss ich ein Röckchen tragen?
  • Wo bekomme ich einen Schläger her?
  • Werde ich überhaupt in der Lage sein, den Ball zu treffen und über das Netz zu spielen?
  • Auf was für Menschen trifft man in so einem Tennis-Verein?
  • Darf ich die (zu beschaffenden) Tennis-Schuhe schon zuhause anziehen oder erst auf dem Platz?
  • Was geschieht, wenn es drei Monate am Stück regnet und wo lebe ich eine evt. Liebe zu diesem Sport in den Wintermonaten aus, wenn der Verein meiner Wahl nur Außenplätze bietet?

Erste Antworten und der Idioten-Check

Tennisbälle

Tennisbälle

Nun, es hilft immer, sich mit den Verantwortlichen eines Vereins in Kontakt zu setzen, um erste Fragen zu beantworten. Vorher inspizierte ich die Anlage allerdings während eines Fußball-Spiels meines Sohnes. Sehr schön und menschenleer am Sonntag-Morgen. Ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Zugegeben, 8.30 Uhr ist sehr früh – ich wertete diesen Umstand also als neutral. Dann schrieb ich dem Chef der Abteilung eine email und stellte bei weiteren Recherchen fest, dass die örtliche Volkshochschule einen Crash-Kurs für Anfänger anbietet. Zwei der fünf Stunden waren bereits Historie, aber drei Probestunden sollten doch erste Eindrücke vermitteln, Schläger und Bälle würden gestellt. Einen kurzen Check und ein Telefonat später fand ich mich an einem sonnigen Mittwoch-Abend sehr aufgeregt auf besagtem Tennis-Platz wieder.

Auf dem Tennisplatz

Ja, ich habe schon Interviews mit Rudi Völler, Oliver Bierhoff und Helene Fischer geführt – trotzdem überfällt mich manchmal eine völlig unerklärliche Aufregung vor dem Erst-Kontakt mit Menschen. So auch vor der ersten Tennis-Stunde meines Lebens. Vor lauter Aufregung vertat ich mich in der Zeit und hatte so locker 50 Minuten totzuschlagen, bevor mein Anfänger-Grüppchen aufschlug (!). Was soll ich sagen: ich war völlig erstaunt, dass die anwesenden Menschen mich alle freundlich begrüßten und in interessierte Gespräche verwickelten. Hervorragende Aussichten auf eine evt. spätere Mitgliedschaft im Verein meiner Wahl. Ich erfuhr, dass man sich über WhatsApp-Gruppen organisiert, keine Schickimicki-Haltung an den Tag legt und insgesamt ein sehr freundliches Miteinander pflegt. Wie vielversprechend!

Zur Sache – Ballkontrolle ist alles!

Tennis – Der Coach

Tennis – Der Coach

Nun aber zur Sache! Als Trainer und Teilnehmer des Kurses erschienen, ging dann schließlich alles ganz schnell. Die Schuhe zieht man übrigens erst auf der Anlage an, ich bekam einen Schläger ausgehändigt und schon bemühte ich mich erste Übungen ordnungsgemäß auszuführen. Sprich: Um den Platz zu laufen und dabei den Ball mit dem Schläger vor mir her zu „treiben“, den Ball mit dem Schläger in der Luft zu halten oder auf dem Schläger liegend um meinen Körper herumzureichen. Jaha, Ballkontrolle ist alles, war die erste Erkenntnis und ich war ganz zufrieden – bis hierher 😉

Vorhand – Rückhand – Aufschlag …

Im nächsten Schritt erklärte der gutgelaunte Trainer dann, wie eine korrekte Vorhand, Rückhand und schließlich auch ein Aufschlag  auszuführen ist. Ein bisschen Koordination und Körperspannung sind nicht von Nachteil, aber ich traf den Ball und beförderte ihn schmissiger – als von mir selbst erwartet – mehrfach über das Netz – yeah! Klar, die anderen Teilnehmer des Kurses hatten mir schon (mindestens) zwei Stunden voraus, aber als völliger Bewegungslegastheniker outete ich mich wohl auch nicht. Zum Abschluss spielten wir dann ein launiges Spiel, bei dem wir uns in einer Art Rundlauf den Ball zuspielen und Punkte sammeln mussten. Wer seine Sache gut machte, wurde befördert und konnte zum Burgfräulein, zur Prinzessin, zum Prinzen, Graf/Gräfin usw. aufsteigen. Herrlich 🙂 Hier zeigte sich dann der Vorsprung der anderen Teilnehmer recht deutlich, aber ich hatte total viel Spaß an der Sache und ich beendete den Spaß immerhin als glückliches Burgfräulein.

Die erste Tennis-Stunde und ihre Folgen

Irgendwie hatten wir alle soviel Freude an der Stunde, dass sie fast zwei Stunden währte und vor allem war mir überhaupt nicht aufgefallen, dass ich die ganze Zeit hin- und hergeflitzt war. Dabei ist laufen doch überhaupt nicht meine Welt (tjaha). Total beseelt und Frischluft-geflasht fuhr ich Heim und fühlte mich ein bisschen wie auf irgendeiner Super-Droge. Krasse Sache, diese Bewegungs-Frischluft-Begeisterung. Gut, nachdem ich mich einmal auf dem Sofa niedergelassen hatte, behielt ich zwar mein Dauergrinsen im Gesicht, aufstehen erschien mir allerings nahezu unmöglich. Meine Beine meldeten eine gewisse Wackeligkeit …

Die erste Tennis-Stunde – Der nächste Morgen

Tennis

Tennis-nic

Ich stellte mich also auf einen zünftigen Muskelkater und Bewegungsunfähigkeit für die nächsten Tage ein, doch ich sollte mich täuschen. Abgesehen von einer leichten Verspannung, ging es mir am nächsten Tag hervorragend. Mit einem leichten Stretching war der Tag direkt mein Freund. Um ehrlich zu sein wäre ich am Liebsten direkt wieder zum Tennis-Platz gefahren 😀 Was für ein Erfolg! Also ein persönlicher Erfolg. Die erste Tennis-Stunde hat meine kühnsten Hoffnungen deutlich übertroffen.

Die erste Tennis-Stunde – das Fazit!

Wie schon erwähnt – die Sache hat mir direkt beim ersten Versuch so viel Spaß bereitet, dass es wohl kein zurück mehr gibt! Zwei weitere Probestunden warten und spätestens danach werde ich diesem extrem-sympathischen Verein beitreten! Ich freu mich drauf und bin wildentschlossen, eine ordentliche Figur abzugeben, bzw. meinen Mitspielern/Gegnern den Ball zukünftig ordnungsgemäß um die Ohren zu hauen zuzuspielen 😉

Ah, hier noch ein paar Antworten auf meine Fragen vom Anfang:

  • Die Kosten für eine Mitgliedschaft im Verein meiner Wahl, könnt ihr hier nachlesen: SSC-Hagen-Tennis
  • Ein Röckchen ist nicht nötig 😉
  • Für den Schnupperkurs wurde mir der Schläger gestellt, über alles weitere halte ich euch auf dem Laufenden
  • Auch im Hamburger Umland regnet es nicht drei Monate am Stück (aha!) und es gibt eine Tennis-Halle in der Nähe, in der man sich in den Wintermonaten austoben könnte. Aber dazu später mehr 🙂

Ihr habt noch Fragen? Immer her damit! Ansonsten halte ich euch auf dem Laufenden. Bis dahin!

Hier geht es zum zweiten Teil der kleinen Senioren-Tennis-Reihe: Die Aufschläge kommen näher

 

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Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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