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Nervenfalle facebook!

Zunächst mal: Ich liebe soziale Netzwerke von ganzem Herzen. Als Freiberuflerin stellt facebook mir zum Beispiel die virtuellen Kollegen für die Tee-, Mittags- oder Kaffeepause im Homeoffice. Meine Lieblings-Zeitungen bekomme ich hier übersichtlich zusammengefasst, die neuesten Nachrichten erreichen mich oft schneller als im Radio. Auch habe ich schon oft begeistert beobachtet, wie Menschen einander spontan helfen, Mut zusprechen und tatsächlich füreinander da sind. Ob sie sich nun persönlich kennen oder nicht, spielt dabei gar keine Rolle. Aber natürlich gibt es auch Postings oder Phänomene bei facebook, die mich nerven.

Was mich bei facebook nervt …

Im Rahmen einer Blogparade fragt nun Björn Tantau, welche facebook-Inhalte am meisten nerven. Eine wunderbare Idee, zu der ich auch als offizieller Möger und Positiv-Denker einiges zu sagen habe. Deshalb heute mal eine kleine nicmag-Ausnahme und meine persönlichen Nerv-Töter bei facebook 🙂

Wetter-Gejammere aller Art

mimimimi

mimimimi

Zu kalt, zu warm, zu nass … es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendjemand da draußen irgendetwas am Wetter zu bemängeln hat. An der allgemeinen Wetterlage ändert das natürlich nichts, dem Hamburger Schmuddelwetter ist facebook nämlich egal. Der einzige Effekt bei mir: wer zu viel Wetter-Jammer-Postings absetzt und ansonsten nichts zu sagen hat, was ich in irgendeiner Form interessant, anregend oder bereichernd finde, wird ausgeblendet. Jammern (egal worüber) langweilt mich eh, lasst mich lieber wissen, woran ihr Freude habt oder meinetwegen auch, was euch so richtig amtlich aufregt. Aber das reine mimimimimimi – jetzt regnet es schon wieder, mein Fuß ist eingeschlafen, ich mag nicht ins Büro gehen langweilt mich extremst!

Weltverbesserer mit der großen Keule

Filme von misshandelten Tieren, Mahn-Texte der dringlichsten Art und die große Empörung über die schlimme, schlimme Welt da draußen. Nicht dass wir uns falsch verstehen: Auch ich möchte, dass es Tieren, Menschen, Bienchen und Blümchen gut geht. Ich esse nicht mal mehr Fleisch, weil ein Kälbchen mich mit seinen großen Augen und der Frage danach, ob ich seine Mama gesehen habe, zum Weinen gebracht hat …

muh ;)

muh 😉

Aber: ich bin mir sicher, dass diese Moral-Keule bei facebook nur in den seltensten Fällen etwas bewirkt. Bzw., dass man mit viel Fingerspitzengefühl vorgehen sollte, wenn man seine facebook-Freunde mit einer wichtigen Botschaft erreichen möchte. Und deshalb schießen Weltverbesserer-Postings oft leider völlig am Ziel vorbei und erreichen das Gegenteil dessen, was ihr Urheber eigentlich möchte: Die facebook-Gemeinde ist genervt und blendet Inhalte oder sogar den Verfasser kurzerhand aus. Ja, auch ich gehe so vor. Ich möchte nämlich gern selbst entscheiden, wann und wie ich mich mit Grausamkeiten aller Art befasse!

Challenges

Eimer Wasser über den Kopf für den Weltfrieden, zehn Zeichentrickserien, die mein Leben besonders beeinflusst haben, schreibe jeden Tag auf, was du zum Abendbrot gegessen hast und nominiere zwölf weitere Menschen, es dir gleich zu tun – Ich! Möchte! Das! Nicht! Keine Frage, es gibt auch ganz schöne Ideen bei all den Challenges da draußen und ich schau mir zum Beispiel sehr gern Kinderfotos oder putzige Haustiere an. Aber es muss doch nicht immer gleich in einer großen Kettenreaktion ausarten! Ich habe mich früher schon nicht an solchen Dingen beteiligt. Also damals, als man noch Briefe mit der Post verschicken sollte, weil einem sonst das linke Bein hätte abfaulen können (es ist übrigens noch dran und erfreut sich bester Gesundheit). Und deshalb verweigere ich mich auch weiterhin jeglichem Nominierungswahn.

Ein Hoch auf die Vielfalt

Dies also in Kürze zu Inhalten, die mich bei facebook nerven. Es gibt sicher noch einige andere Arten von Postings, auf die ich ganz gut verzichten kann. Aber grundsätzlich liebe ich ja genau die Vielfalt, die sich eben darin zeigt, dass der eine von euch uns sein Mittagessen präsentieren möchte, während ein anderer kluge Gedanken zur Euro-Krise äußert und ein Dritter um Hilfe bittet, weil sein Meerschweinchen Kummer hat – so ist das Leben und so ist facebook! Unterhaltsamen Tag euch allen, schön, dass es euch gibt!

Ach, übrigens: Gibt es auch Dinge, die euch nerven? Katzenfotos vielleicht? Oder Sonnenuntergänge? Immer raus damit, jetzt und hier ist die Gelegenheit, es der Welt mitzuteilen 😉

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Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

6 Kommentare

  1. Ich mag nicht, wenn Menschen sich immer nur negativ äußern! Echt, da kenne ich so ein paar Paradebeispiele, von denen ich noch NIE etwas positives gelesen habe… Zack – ausgeblendet! Ist mir zu blöd 🙂

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  2. Hm, dann versteh ich nicht ganz, warum das Posten von meinem Abendbrot doofer sein soll, als das Posten von meinem Mittagessen !?!

    Und das ist total schade, weil mein Abendbrot meist viel leckerer aussieht, als mein Mittagessen 😉

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  3. Mir gehen die Lebensweisheiten-Bildchen – gerne mit unglaublich schlechter Grammatik oder mit vielen Rechtschreibfehlern – total auf den Geist. Am schlimmsten sind die selbsternannten Philosophen, deren Weisheiten ich nicht einmal bei richtiger Grammatik verstehe.
    Ab und an meckern finde ich ok. Sonnenuntergänge oder Katzenbilder auch (Welpenbilder sind natürlich schöner).
    Ich vermisse gute Rezepte. Außerdem gute Reise- und Hoteltipps die nicht nur auf Show (schaut her, was ich für teure Sachen empfehle) getrimmt sind, sondern einen Nutzwert haben.

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    • hahaha, ja, die Lebensweisen-Analphabeten-Kollektion beeindruckt mich auch immer wieder. Was Rezepte und Reisen angeht, finde ich, dass es wunderbare Blogs dazu gibt. Food Blogs sind oft so toll, dass ich sie nur wohldosiert abonniere, bzw. besuche, weil ich sonst ständig essen müsste.

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