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Wie ich alt und langweilig wurde – oder: ein Hoch auf Facebook!

Es gibt Texte, die habe ich eigentlich seit Jahren im Kopf, allerdings gab es bisher keine Plattform, um sie zu veröffentlichen (schon gar nicht facebook) und vermutlich auch niemanden, der sich dafür interessiert hätte. Dieser Text ist ein solcher. Dank nicmag habe ich jetzt die Plattform, ob sich Leser finden, ist mir in diesem Fall einfach mal egal. Dieser Blog ist halt Tagebuch und Friseur in einem – hier kann ich mal ganz ungestört vor mich hinfabulieren.

Hamburgs schöne Nachbarin

Aber zur Sache! Wie viele wissen, lebe ich ja in dieser bezaubernden Kleinstadt am Rande von Hamburg. Man nennt sie auch Hamburgs schöne Nachbarin. Und ich gestehe: Ich bin sogar hier aufgewachsen. Nach ein paar Stationen an anderen Orten lebe ich inzwischen wieder sehr zufrieden im Grünen, mit allen Vorteilen, die die Großstadt nebenan zu bieten hat. Die Sache mit dem Speckgürtel halt. Einmal im Jahr feiert man in Ahrensburg (so heißt das hier) nun traditionell Stadtfest. Eine ziemlich große Sache, die ich früher auch zu schätzen wusste. Damals, vor … ähem, also sagen wir mal … so zirka 25 Jahren … (meine Herren, so alt muss frau erstmal werden, dass sie so weit zurückblicken kann). Der übliche Mix aus Bierbuden, Fressbuden, lauter Musik und unfassbar vielen Menschen.

Kein Nervenkitzel mehr dank facebook

Früher war es eine tolle Sache, zum Stadtfest zu gehen. Vor allem, als ich mal nicht in Ahrensburg lebte. Ich liebte es, dort Menschen zu begegnen, die ich seit Jahren nicht gesehen hatte. Ehemalige Freunde oder nicht – völlig egal. Bei Freunden konnte man überprüfen, ob sie noch so nett und unterhaltsam waren wie einstmals, bei den anderen das genaue Gegenteil. Seit einigen Jahren allerdings ist die Luft raus. Der Nervenkitzel fehlt irgendwie. Schuld daran ist facebook. Das klingt jetzt vielleicht seltsam, ist es aber gar nicht. Seit es facebook gibt, kann ich mir fast täglich anschauen, was aus besagten Menschengruppen geworden ist. Mit jenen, die ich mag, habe ich Kontakt, alles ist schön. Und dann gibt es eben die, bei denen ich – ebenfalls dank facebook – immer wieder daran erinnert werde, warum ich sie schon früher nicht täglich treffen wollte. Und genau deshalb muss ich auch nicht mehr mit 30 000 anderen Menschen über besagtes Stadtfest stolpern. Weil ich weiß, was da draußen passiert. Facebook sei Dank!

Erlesenes Publikum im privaten Rahmen

Alle, die ich mag, sind ohnehin immer herzlich willkommen auf meiner Terrasse (auch wenn sie bisher noch nie hier waren). Da ist es idyllisch und entspannt, die Getränke sind nicht so teuer wie auf dem Stadtfest und ausfallend wird hier auch niemand. Ganz im Gegenteil: Hier ist das Publikum wirklich von ausgesuchter Schönheit und es verfügt über einen enormen Unterhaltungswert. In diesem Sinne: Schönen Abend noch, egal wo und wie ihr ihn verbringt ;)

Erlesenes Publikum auf nics Terrasse: Sir Henry

Erlesenes Publikum auf nics Terrasse: Sir Henry

NicMag

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

7 Kommentare

  1. Avatar

    Das kommt mir irgendwie alles so bekannt vor?! Auch, wenn es sich bei mir nicht um Ahrensburg, sondern immer und nur um Hamburg handelt, aber mit meinem Geburts-, Jugend- und Erwachsenen-Stadtteil Bramfeld bin ich weiterhin via FB verbandelt und auch hier reicht es mir völlig, mit den Personen „von früher“ via FB verbandelt zu sein. Wenn ich heute durch Bramfeld laufe, denke ich so manches Mal „ja, nett“, aber zu den Stadteilfesten zieht mich auch nichts mehr.

    Vielleicht reift man mit dem Alter (öhemm) – bei mir ist es jedenfalls so.

    Viele Grüße und sonnige Pfingsten
    Sabine

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    • NicMag

      Genaugenommen mochte ich größere, alkoholisierte Menschenmengen noch nie. So habe ich es auch in all den Jahren erfolgreich geschafft, mich vor dem Hafengeburtstag zu drücken. Alstervergnügen erschien vor vielen Jahren attraktiv, war es aber auch damals bei genauem Hinschauen nie. In Ahrensburg gab es halt diesen einen Grund, doch hinzugehen, dass man immer Menschen traf, die man ewig nicht gesehen hatte. Diese kann ich mir heute auch im Netz anschauen. Und so kann ich mir endlich diese Massenveranstaltung sparen :) Dir auch entspannte und weiterhin sonnige Pfingsten!

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  2. Avatar

    Ich bin zwar nicht mehr jung, aber auch noch nicht alt, und trotzdem schon langweilig. Das liegt aber nicht an Facebook oder größeren, alkoholisierten Menschenmengen. Gerade an dem zweiten habe ich sehr viel Spass, wenn ich nach Dienstschluss über das Mannheimer Stadtfest (Hey! Ho!) spaziere.

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    • NicMag

      Dann bist du offiziell jung, verrückt und das, was ich living on the edge nenne (hey!ho!). Warum nur habe ich irgendwie plötzlich die Vorstellung, dass du nackt über das Mannheimer Stadtfest spazieren könntest? Hau-äwwa: Die Einladung auf meine Terrasse ist ausgesprochen. Ich bin sehr gespannt, wie sie im Vergleich zum Mannheimer Stadtfest abschneidet :D

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  3. Avatar

    Und man kann nur sagen, man hat auch nicht wirklich etwas verpasst.So Erlesenes Publikum wie ihr hatte, war sicher nicht da.
    Herzliche Grüße

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    • NicMag

      Das denke ich mir. Wir waren am Freitag-Nachmittag noch kurz in Ahrensburg, da saßen schon überall Menschen in, sagen wir mal höflich, Partylaune, rum … ist nicht meine Welt. Viele Grüße an euch

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  4. Pingback: Das Ahrensburger Stadtfest 2019 – Gedanken und Impressionen

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