Freunde der beSONNEnheit, aus aktuellem Anlass möchte ich mich heute mal zu einem Thema äußern, das mir eigentlich nicht so richtig gut gefällt. Geschickt, wie ich bin, formuliere ich es einfach positiv. Damit erreicht man eh am meisten im Leben! Also:

Nic mag Besonnenheit

Worum geht’s? In meinem kleinen Heimatstädtchen ist ein Hund vor ein Auto gelaufen. Ein Whippet, also ein sehr schneller Windhund, der sich hervorragend für die Jagd eignet und sehr gern zu Hunderennen geschickt wird. Der Hund ist bei diesem Unfall leider ums Leben gekommen. So weit, so traurig. Denn natürlich hat die Besitzerin ihren Hund sehr geliebt. Geschehen ist das Ganze am späten Abend, kurz vor 23 Uhr. Der Hund riss sich beim Spaziergang mit seinem Frauchen los, wollte wohl ein Kaninchen oder ähnliches jagen. Und lief dann leider vor das Auto. Die ganze Geschichte lässt sich auch im Hamburger Abendblatt nachlesen.

Überschrift und Wirklichkeit

Nun hielt der Fahrer des Wagens nicht an, nachdem der Unfall geschehen war. Das ist ein Fehler, ganz klar. Ich kenne allerdings weder den Fahrer, noch die Hundehalterin. Ich weiß nicht, warum der Hund sich losreißen konnte. Ich weiß auch nicht, was in dem Fahrer des Wagens vorging. Ob er den Hund bemerkt hatte oder nicht. Wie gesagt, ein rasant-schneller, relativ kleiner Windhund, im Dunkeln. Deshalb steht mir über beide kein Urteil zu. Wo kämen wir da hin? Es ist traurig genug, dass es zu diesem Unfall kam. Für alle Beteiligten. Aufmerksam wurde ich auf die Geschichte bei facebook. Ein kleines Internet-Portal, auf das ich nicht verlinken werde, schrieb ebenfalls über den Unfall. Ich sah das Posting und die Überschrift (Sinngemäß: Golf fährt Hund tot – Fahrerflucht!!) und dachte: „Wie schrecklich! Wer macht denn sowas? Dann allerdings las ich die Geschichte und verstand, wie es sich wirklich zugetragen hatte.

Erst denken, dann teilen!

erst denken, dann ur-teilen bite!
erst denken, dann ur-teilen bite!

Viele schienen sich die Mühe allerdings nicht gemacht zu haben. Oder sie sehen das Ganze anders als ich. Alles möglich. Je länger ich die Sache beobachtete, desto dramatischer wurden die Postings. Bitte teilen, damit das Schwein gefasst wird! Sogar von Steinigen war die Rede? Bitte? In welchem Zeitalter leben wir eigentlich?

So nicht, bitte!
So nicht, bitte!

Ein Hund läuft vor ein Auto, der Fahrer hält nicht an und dafür gehört er gesteinigt? Nun bin ich kein Jurist und weit davon entfernt, hier irgendwelche Gesetze zitieren zu wollen. Aber das geht – so oder so – zu weit. Leute, bei aller Emotionalität. Schaltet bitte euer Gehirn ein und denkt nach, bevor ihr euch so verhaltet. Ganz zu schweigen von den sogenannnten „Journalisten“, die diese Geschichte und das Posting so gestaltet haben, dass zunächst jeder denken muss: Oh, da fährt ein Hunde-Mörder durch die Stadt! Sorry, das entspricht nicht meiner Vorstellung von sorgfältiger und ausgewogener Berichterstattung. Das ist reißerisch und billig. Aber so generiert man natürlich mehr Seitenaufrufe … Ich habe all dies auch in Kommentaren unter dem Posting zum Ausdruck gebracht. Von Seiten der „Kollegen“ kamen halbseidene Rechtfertigungen. U. a. fiel ein Satz im Stile von: Vielleicht haben wir das Posting etwas zu emotional verfasst. Das kann doch bei einer solchen Geschichte schon mal passieren … (Nein, finde ich nicht). Und auch sonst fand ich kein Verständnis für meine Sicht auf die Dinge. Deshalb hier noch einmal ausführlich und ganz deutlich: Nic mag Besonnenheit!

Vielen Dank für euer Gehör!

Und: Mein Beileid für die junge Frau, die ihren Hund verloren hat. Ich kann gut nachvollziehen, dass es ihr Herz bricht. Aber wer mich kennt und hier regelmäßig mitliest, weiß eh, dass ich durchaus ein Herz für Menschen und Tiere habe. Auch wenn mir im Rahmen der Diskussion nun leider das Gegenteil vorgeworfen wurde …

Ansonsten: Schönes Wochenende :)

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