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Giovanni L. – der Eisweltmeister

Eis geht immer, diese Meinung teile ich mit Giovanni Lasagna. Deshalb hier seine Erfolgsgeschichte, die vor einiger Zeit in der FUNK UHR erschien. Viel Spaß und guten Appetit :)

Es ist der Traum, den Millionen Kinder in aller Welt träumen. So viel Eiscreme, wie man möchte, und das jederzeit! Giovanni Lasagna (41) aus Hannover lebt diesen Traum. Sein Glück: Er bekam die Möglichkeit dazu sozusagen in die Wiege gelegt. „Mein Großvater eröffnete 1961 sein erstes Eiscafé am Steinhuder Meer in der Nähe von Hannover. Zehn Jahre später wurde ich geboren. Und sobald ich groß genug war, stand ich auf einem Hocker neben dem handgetriebenen Kessel, in dem er mit viel Ruhe und Liebe sein köstliches ,Gelato‘ produzierte.“ Wichtigste Regel von Opa Lasagna schon damals: „Verwende nur die besten Zutaten aus der Region. Frisches Obst aus dem eigenen Garten, im Herbst gesammelte Nüsse, frische Kräuter.“

IMG_7628Noch heute ist das Grundrezept von Giovanni Lasagnas Eis das gleiche, das sein Opa damals verwandte: Milch, Butter, Fette, Eier, Getreide – die genaue Zusammensetzung ist natürlich geheim. Was Lasagna aus dieser Basismischung teilweise macht, hätten Oma und Opa sich allerdings sicher nicht träumen lassen: „Ich liebe es zu experimentieren“, erzählt er mit einem schelmischen Grinsen, und man kann sich gut vorstellen, wie der kleine Giovanni einst seinen Opa um den Finger wickelte. Egal ob Rotwein-, Räucherlachs-, Mozzarella- und Tomate-, Bratapfel- oder Christstollen-Eis – keine Kreation ist zu verrückt.

Unglaubliches Glücksgefühl

Bevor sich Giovanni Lasagna allerdings ganz auf seine Leidenschaft für Eiscreme konzentrieren konnte, absolvierte er eine Ausbildung zum Restaurantfachmann, führte zunächst auch ein eigenes Restaurant, um 1996 doch wieder zu Opas Wurzeln zurückzukehren – mit dem nötigen kaufmännischen Hintergrundwissen. Seither ging es für den Deutsch-Italiener steil nach oben. Inzwischen gibt es „Giovanni L.“-Cafés in ganz Europa, u. a. in Kopenhagen und Barcelona. Absoluter Höhepunkt seiner Karriere: der Titel des Eisweltmeisters 2010. Bei der Eismesse im italienischen Rimini trat Lasagna gegen 190 Konkurrenten aus 40 Ländern mit seinem Pistazieneis an. Die Jury bewertete Geschmack, Konsistenz und Dekoration des Eises – und kürte Giovanni Lasagna zum Weltmeister. „Ein unglaubliches Glücksgefühl“, erinnert er sich. Doch auch wenn der Weltmeister-Pokal bis heute einen Ehrenplatz hat, käme er nie auf die Idee, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen. Zwar überwacht er die vollautomatische Produktion seines Eises vor allem und steht nicht mehr selbst am Kessel – doch regelmäßig zieht sich der Chef in seine Experimentierküche zurück, um neue Ideen auszuprobieren. Vorher geht er persönlich die Zutaten dafür einkaufen, taucht auch schon mal bei einem Bauern auf dem Feld auf, um sich selbst von der Qualität seines Obstes oder Gemüses zu überzeugen.

Eis geht immer

„Eis kann man jeden Tag und zu jeder Jahreszeit essen“, findet Lasagna. „Deshalb experimentiere ich auch mit winterlichen Sorten.“ Die Hits des vergangenen Sommers: „Mandarine mit Ricotta oder griechischer Mohnjoghurt mit Cranberrys – wunderbar erfrischend. Aber auch Klassiker wie Schokolade haben immer Saison.“ Natürlich hat auch der Eisweltmeister eine Lieblingssorte. Es ist allerdings nicht sein preisgekröntes Pistazieneis, das er übrigens mit Olivenöl verfeinert: „Ich esse am liebsten Stracciatella“, erzählt Giovanni. Darauf kann ich keinen Tag verzichten. Es wird niemals aus der Mode kommen.“ Noch begeisterter als von seinem Eis ist Lasagna seit einigen Monaten von der jüngsten Generation der Eiscreme-Dynastie. Anfang des Jahres wurde er Vater von Zwillingen. Sie sind seitdem sein ganzer Stolz. Denn was wäre noch schöner, als sich tolle, neue Eiskreationen für die eigenen Kinder auszudenken? Mehr kann sich wohl kein Eismann wünschen.

Appetit bekommen? Auf der Homepage von Giovanni L. finden Sie bestimmt eine Filiale in Ihrer Nähe!

NicMag

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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