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Nic mag Mähroboter

Um es gleich mal vorweg zu nehmen: Ich bin keine Freundin von Gartenarbeit. Ich mag es, im Grünen zu wohnen und einmal rund um mein Haus laufen zu können. Ich mag auch wenn alles blüht und ich mit einem guten Buch auf einer Liege in meinem Garten sitzen kann.

Rasenmähen gehörte bisher nicht zu meinen Hobbies, nicht mal zu meinen Aufgaben. Bisher hatte ich immer Glück, dass das jemand für mich erledigt hat. Das Haus, in dem ich seit einigen Monaten wohne, ist von 600 Quadratmetern Grundstück umgeben. Da es vorher viele Jahrzehnte Menschen gehörte, die den Garten liebevoll gepflegt haben, konnte ich mich bisher vor allem an dem erfreuen, was schon angelegt war. Der Rasen war und ist allerdings schon ziemlich lädiert. Ein großer Kirschbaum nimmt ihm Licht und wirft permanent Blätter und Stöckchen ab, viele Stellen sind vom Moos durchwachsen.

Trotzdem schlug ich der Zeitschrift FUNK UHR vor einiger Zeit vor, mich mal sogenannten Mährobotern zu nähern. Also kleinen, automatischen Rasenmähern, die einem das Mähen abnehmen. Ich testete gleich zwei der Geräte, um auch einen Vergleich zu haben.

mährobotter ausriss

Weil es hier ja vor allem um Dinge geht, die Nic mag,
erzähle ich auch nur von meinem Favoriten.

Das Wunderbare: Der Gardena R40Li gehört mit einem Preis von ca. 1100 Euro zu den günstigeren Geräten. Alles, was in diesem Bereich noch weniger kostet, ist dann auch als billig zu werten, auf einen Kundendienst braucht man bei Mähern weit unter 1000 Euro nicht zu hoffen. Nach oben gibt es natürlich, wie so oft, kaum Grenzen. Der R40Li kam auf einer rund 300 qm großen Fläche hinter dem Haus zum Einsatz, also genau unter besagtem Kirschbaum.

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Bei meinem Test ging es nicht darum, alle technischen Finessen zu checken. Ich wollte einfach nur sehen, ob ich allein in der Lage bin, so ein Gerät zu installieren und wie es unter nicht-wirklich optimalen Bedingungen funktioniert. Für Technik-Freaks und Experten ist mein Test also vermutlich völlig uninteressant. Sollte sich einer von ihnen hierher verirrt haben, bitte jetzt zu geeigneteren Berichten wechseln 😉

Und so lief die Sache ab:

Der Gardena ist das zweite Gerät, das hier eintrifft, ich weiß also zu diesem Zeitpunkt schon, dass es keine Sache von fünf Minuten ist, ihn zum Laufen zu bringen.

 Damit er weiß, wo er mähen soll, muss das Rasenstück nämlich von einem Begrenzungskabel umgeben sein, das Funksignale an den Mäher sendet und so verhindert, dass der Kollege sich durch die Beete auf zum Nachbarn macht. Zirka eine Stunde lang krieche ich durch den Garten und stecke das Kabel mit den mitgelieferten Plastik-Spießen fest, die ein bisschen an Heringe erinnern, wie man sie beim Zelten braucht.

Die klugen Menschen bei Gardena haben aber nicht nur eine ausführliche Gebrauchsanweisung mitgeliefert, sondern sogar eine DVD, auf der jeder Handgriff wirklich idiotensicher erklärt wird. Sogar bei YouTube kann man sich das Ganze anschauen. Zusätzlich zu dem Begrenzungskabel, gibt es auch ein sogenanntes Leitkabel, das direkt zur Ladestation führt und den Roboter so immer sicher nach Hause führt.

Eine Super-Sache, die bei meinem Vergleichs-Mäher leider nicht vorgesehen war. Weshalb der auch ziemliche Schwierigkeiten hatte, sich auf dem rechten Weg zu halten. Und dass, obwohl ich bei seinem Aufbau Hilfe von einem Experten hatte!!

Aber zurück zum Gardena. Nach ungefährt zwei Stunden nimmt er seinen Dienst auf und ich bin zu diesem Zeitpunkt schon ziemlich begeistert davon, wie einfach das Gerät zu installieren ist. Sowohl der Mäher, als auch die Ladestation und sämtliches Zubehör sind robust und simpel gestaltet, was man von Gerät Nummer eins nicht sagen konnte.

Im Menü des Mähers lässt sich einstellen, wann er arbeiten soll und wann nicht. Ich lasse ihn in einem Zeitraum von 7 bis 22 Uhr selbständig darüber entscheiden. Er fährt immer wieder auf zufällig-gewählten Wegen durch den Garten und macht Pause, wenn er neuen Saft braucht.

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So ein Mähroboter verpasst dem Rasen immer nur eine Art Spitzenschnitt. Und das kennen, zumindest Frauen, ja von ihren Haaren. Beim Gras führt dieser Schnitt dazu, dass es gleich mit Feuchtigkeit versorgt wird. Die kaum-erkennbaren Schnipsel bleiben nämlich einfach liegen und wirken wie eine Kur. Was noch besser ist: Dadurch, dass der Rasen gleichmässig und kontinuierlich gekürzt wird, steckt er seine Energie mehr in die Dichte als ins Höhenwachstum. Mit dem Ergebnis, dass er satter und schöner wird.

Die nächsten zwei Wochen bin ich immer wieder begeistert, wenn unser Familienfreund an die Arbeit geht. Zumal er so leise ist, dass ich nur milde lächeln kann, wenn die Nachbarn mit ihren Benzinmähern durch ihre Gärten knattern. Und sogar unser Hund Elvis findet das Gerät ziemlich in Ordnung, auch wenn die beiden aus Sicherheitsgründen nicht allein im Garten spielen dürfen.

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Auch kleine Stöckchen vom Kirschbaum bringen den Gardena nicht aus dem Konzept. Regen ist ihm egal, er arbeitet bei jedem Wetter (bei Tiefschnee hält er natürlich auch Winterschlaf). Und während die Nachbarn riesige Fangkörbe voll Grasschnitt entsorgen müssen, mache ich mir noch einen kühlen Drink.

Nach wenigen Tagen bilde ich mir ein, dass unser Rasen (zumindest hinter dem Haus) schon fast wie der Rasen anständiger, deutscher Gartenfreunde daher kommt. Nach zwei Wochen bin ich mir sicher, dass wir dem zumindest schon ein gutes Stück näher gekommen sind.

Leider muss ich unseren Freund, den wir Toni genannt haben, dann wieder zurückschicken. Jetzt knattern wir wieder mit den Nachbarn um die Wette. Nur vielleicht nicht ganz so oft. Das ist einfach nicht unsere Welt.

Eins kann ich aber ganz klar sagen: Der Gardena ist sein Geld in jedem Fall wert. Es gibt ihn schon ab ca. 1100 Euro. Damit ist er natürlich teurer, als ein normaler Handrasenmäher, aber deutlich günstiger als viele seiner Roboter-Kollegen. Und wenn ich mir mal einen kaufe, kann ich – während er mäht – ja einfach Geld mit dem verdienen, was ich viel besser kann als er: Schreiben!

Weitere Infos zum R40Li gibt es auf der Homepage von Gardena:

www.gardena.com