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Nic mag Lieblingsarbeitsplätze: Schrauber-Point

Weiter geht es mit Nics Lieblings-Serie über die Lieblingsarbeitsplätze der unterschiedlichsten Menschen mit unterschiedlichsten Berufen. Kleines Fazit nach fünf Wochen: Es gibt unglaublich viele Menschen, die ihren Arbeitsplatz lieben. Und deshalb kann und wird diese Serie auch noch lange fortgesetzt. Denn schon jetzt gibt es eine tolle Liste von spannenden Leuten und spannenden Jobs, die ich Ihnen und euch auf keinen Fall vorenthalten will.

Thomas vom Schrauber-Point

SchrauberpointAber erstmal zu Thomas Borgmann (37), dem Mann vom Schrauber-Point.
Was’n das? fragt man sich als Leser da vielleicht so ganz spontan.

Immer mit der Ruhe – ich erkläre es ja sofort. Bzw. lassen wir doch den Chef selbst zu Wort kommen: „In erster Linie ist der Schrauber-Point eine Motorradselbsthilfe-Werkstatt für Bastler, die gern an ihren Maschinen schrauben möchten, zu Hause aber nicht genug Platz und auch nicht das passende Werkzeug haben. Ihnen biete ich eine vollausgestattete Werkstatt mit Profi-Werkzeug und allem Service, den sie benötigen. Das heißt, ich bestelle Ersatzteile, fasse mit an, wenn es nötig ist, hole oder bringe die Maschine und natürlich kommt auch der TÜV, falls gewünscht und nötig.“

Schrauber-Point Hammoor

Schrauber-Point Hammoor

Seit 2010 betreibt Thomas seinen Schraubertreffpunkt, zunächst in Ahrensburg, inzwischen in Hammoor bei Hamburg. Der gelernte Werkzeugmacher hat vorher viele Jahre als Angestellter in Technologie-Firmen gearbeitet.
Die Leidenschaft für Motorräder war bis dahin nur Hobby: „Als die Wirtschaftskrise kam und die Firmen über Rationalisierungsmaßnahmen nachdachten, ergriff ich endlich die Gelegenheit, meine langgehegte Idee von einer solchen Werkstatt zu realisieren.“

Ich werde nicht reich, bin aber glücklich!

Business-Plan, Gründerkredit, die passenden Räumlichkeiten – Thomas kümmerte sich von Anfang an um alles selbst. Und das ist bis heute so. „Ich mache hier alles, von der Buchhaltung bis zum Toiletten-Putzen.“
Und natürlich schraubt er auch selbst, entweder als Unterstützung für seine Kunden – oder aber an eigenen Maschinen, aus denen er etwas ganz besonderes macht, oft um sie dann weiterzuverkaufen.
Das Tolle: „Ich werde nicht reich mit diesem Job, aber ich kann davon leben. Und ich komme jeden Morgen gern in meine Werkstatt. Und wenn ich mal einen stressigen Tag hatte, weiß ich immer, wofür ich das alles mache. Es ist meine Leidenschaft und ich bin glücklich!“

Stammkunden und Sonderwünsche

Schrauber-Point Hammoor

Schrauber-Point Hammoor

Inzwischen hat der Schrauber-Point viele Stammkunden, jeden Donnerstag stellt er seine Räume für einen Suzuki-Intruder-Stammtisch zur Verfügung. Und immer wieder gibt es auch Anfragen, die ihn zum Schmunzeln bringen: „Vor kurzem habe ich die Halter-Gabeln an einem Ruderboot repariert. Die Leute kommen mit Rasenmähern oder Kettensägen. Einmal fragte eine Frau, ob ich ihr nicht mit ihrem Spinnrad weiterhelfen könnte. Die Lederriemen würden so leicht reißen. Ihr schwebte vor, dafür vielleicht sowas wie Keilriemen nutzen zu können. Leider konnte ich nicht weiterhelfen. Aber ich versuche es immer und liebe auch solche kreativen Anfragen.“

Kaffee und Problemlösung

Schrauber-Point Hammoor

Schrauber-Point Hammoor

Natürlich ist Thomas mit seinem Schrauber-Point auch im Netz vertreten. Hier seine Homepage. Die Kunden kommen inzwischen aus dem ganzen Hamburger Umland, weil es für Motorräder längst nicht so viele Selbsthilfe-Werkstätten gibt wie z. B. für Autos. Und wer einfach mal so bei ihm vorbeischnitzeln möchte, kann sich eigentlich immer darauf verlassen, dass Thomas einen Kaffee für ihn hat und natürlich alles daran setzt, Probleme rund um das Motorrad zu lösen.

Schrauber-Point –Hauptstraße 11 – 22941 Hammoor – Tel.: 04532 – 2747454  – mail: info[at]schrauber-point.de

NicMag

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

6 Kommentare

  1. Wahnsinn! Eine Motorrad-Selbsthife-Werkstatt? Voll super Idee!!!

    Da geht schon wieder mein Kopfkino los! Ich stelle mir das voll familiär vor. Eine schöne kleine heile Welt. Wenn Anfragen zum Schmunzeln kommen und Thomas trotzdem helfen kann. Vielleicht von Leuten, die noch nie auf einem Motorrad gesessen haben. Wenn sich zum Stammtisch getroffen wird und man sich unter Gleichgesinnten fühlt. Wenn Thomas einem Kunden beim Schrauben hilft und vielleicht nicht alles so klappt und man gemeinsam tüftelt. Wenn ein Kunde von seinen Motorrad-Erlebnissen erzählt und Thomas geduldig zuhört, obwohl es ihn gar nicht interessiert. Wenn jemand mal kurz zu Besuch für einen Kaffee ist und Thomas eigentlich gar keine Zeit hat (und sie sich trotzdem nimmt).

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    • NicMag

      Danke für den Blick in dein wunderbares Kopfkino – es sagt mir, dass ich Thomas und seine kleine Werkstatt gut beschrieben habe! Du bist sehr nah dran an diesem ganz besonderen Ort!

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  2. Super Artikel und genau getroffen. Bin von deinen ganzen Geschichten sehr begeistert. Toller Schreibstil, mach weiter so!Freue mich auf mehr.

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