Artikel
6 Kommentare

Birga Dexel: „Katzen sind extrem trainierbar!“

Deutschlands TV-Katzen-Expertin Nr. 1 im Interview mit nicmag. Männchen machen, durch brennende Reifen springen? Vielleicht probieren wir das auch mal mit Lil‘ Maunz Beatles und dem verwegenen Sir Henry 😉 Aber hier erstmal das, was Birga Dexel zum Thema zu sagen hat:

Warum sind Katzen so eigensinnig?

Ich mag die Formulierung eigensinnig nicht so gern. Katzen sind auch nicht eigensinniger als wir Menschen. Und: Sie sind sogar extrem trainierbar. Das wird oft komplett unterschätzt.

Tatsächlich? Was kann man denn Katzen so alles beibringen?

Männchen machen, von Stuhl zu Stuhl oder durch einen Reifen springen. Einen Parcours überwinden oder durch einen Tunnel laufen – Hauskatzen können genauso trainiert werden, wie Großkatzen, bei denen man das ja aus dem Zirkus kennt.

Und wie funktioniert das?

Ich nutze dafür das Clicker-Training. Wenn die Katze das erwünschte Verhalten zeigt, bekommt sie Bestätigung durch das Geräusch des Klickers. Den können Sie sich vorstellen, wie einen dieser Knackfrösche für Kinder. Dann gibt es ein Leckerlie. Ganz ohne Belohnung in dieser Form wird es nicht funktionieren. Katzen sind keine Ehrenamtler. Sie lassen sich grundsätzlich nicht zu etwas zwingen, sondern nur mit positiver Bestärkung trainieren.

„Langeweile ist ein weitverbreitetes Problem“

Katzentherapeutin Birga Dexel ©VOX, Kirstin Guenter

Katzentherapeutin Birga Dexel ©VOX, Kirstin Guenter

Aber es gibt ja doch recht viele Menschen, die Probleme mit ihren Katzen haben …

Viele verstehen einfach nicht, wie lernfähig Katzen sind. Statt dessen entschuldigen Katzenhalter oft unerwünschtes Verhalten damit, dass es angeblich nicht zu ändern ist. Sie betrachten sich als reine Dosenöffner und kommunizieren das auch so. Aber das ist kompletter Blödsinn. Zwar kann man unerwünschtes Verhalten nicht komplett abtrainieren, aber man kann Alternativen anbieten. Die Katze tut immer das, was sich für sie lohnt. Und so findet sich auch in den meisten Fällen ein Weg, Probleme aus der Welt zu schaffen.

Was sind denn die häufigsten Probleme, die auftreten?

Oft ist es so, dass die Katzen an Möbeln oder Tapeten kratzen, statt am Kratzbaum. Oder sie sind nicht ausgelastet, langweilen sich. Das führt dann dazu, dass sie ihre Besitzer z. B. nachts nicht schlafen lassen. Vor allem bei reinen Wohnungskatzen ist Langeweile ein weit-verbreitetes Problem. Beschäftigt man sich mit ihnen, verschwinden viele Probleme von ganz allein. Auch hier kann das Klicker-Training sinnvoll sein. Allgemein muss ich sagen, dass Katzenhalter viel zu lang warten, bis sie sich Hilfe holen. Viele haben eine unglaubliche Leidensfähigkeit.

Eine letzte Frage: Haben Sie selbst Katzen?

Ja, natürlich, zwei Stück. Ich sage immer: ein Leben ohne Katzen ist möglich aber sinnlos!

Nicolle Mueller, Birga Dexel, Ann Castro © VOX/Kirstin Guenther

Nicolle Mueller, Birga Dexel, Ann Castro
© VOX/Kirstin Guenther

Katzentherapeutin Birga Dexel leitete u. a. neun Jahre lang ein Schutzprogramm für bedrohte Schneeleoparden in Kirgisistan für den Deutschen Naturschutzbund (NABU), dort begann sie auch, sich mit dem Verhalten von Hauskatzen, sowie Problemen und ihren Ursachen zu beschäftigen. Seit 2005 ist sie Inhaberin einer Tierberatungspraxis in Berlin, in der sie verzweifelten Katzenhaltern hilft. Sie bietet Clickertraining, Ernährungsberatung, Kurse und Ausbildungen an.Vielen Menschen ist Birga Dexel aus den VOX-Sendungen „Katzenjammer“ und „3 Engel für Tiere“ bekannt.

Am 8. Juni 2014 erschien außerdem Birga Dexels neues Buch „Clickertraining für Katzen“. Bestellen können Sie es hier:

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

6 Kommentare

  1. Jo, ich werd auch im nächsten Leben Katze und zwar bei mir 😉 Da putzt man doch gerne um die Uhrzeit die Küche, weil Herr Kater Langeweile hat und es lustig findet eine volle Flasche Apfelsaft auf den Fliesen zerschellen zu lassen *hmpfff*…hätt ich mal mehr mit ihm geklickert, dann würd er jetzt durch brennende Reifen springen und wir könnten im Zirkus auftreten ;-).
    Auf diesem Wege auch…ich hab den „Liebsten“ nicht vergessen, brüte aber noch über 2 Fagen aber – versprochen ist versprochen! Ganz lieben Gruss Barbara

    Antworten

    • Es ist ja nie zu spät, mit dem clickern noch anzufangen 😉 Und: keine Hektik mit dem Award, wir sind ja nicht auf der Flucht. Lieben Gruß zurück

      Antworten

  2. Pingback: Katze? Nichts für schwache Nerven

  3. Pingback: Mieps vs. Henry – Stress unter Katzen …

Schreibe eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.