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Zeig mir deinen Arbeitsplatz: Tanjas Mainwunder

Büro Mainwunder – Foto: Tanja Rörsch

„Egoistisch kann nur der sein, der seine Bedürfnisse kennt und weiß, was er sich wünscht. Egoismus bedeutet nämlich, sein Leben so zu leben, wie man es sich wünscht.“

Was der Lieblings-Arbeitsplatz von Tanja Rörsch mit diesen Sätzen zu tun hat und warum sie ihn sehr liebt, verrät Tanja uns in der neusten Folge meiner Lieblings-Arbeitsplatz-Serie. Tanja betreibt die Agentur mainwunder in Frankfurt. Ihr Job ist es, Autoren, Verlagen und Büchern zu mehr Bekanntheit zu verhelfen. Doch lassen wir sie einfach selbst erzählen:

Tanjas Vorgeschichte

Tanja Rörsch – Foto: Tanja Rörsch

Tanja Rörsch, Agentur mainwunder – Foto: Tanja Rörsch

„Ich war mein ganzes Leben lang nicht egoistisch, Egoismus erschien mir negativ, nicht schön. Deshalb wollte ich kein egoistischer Mensch sein. Meine Eltern waren streng und ich versuchte über 25 Jahre, es ihnen Recht zu machen. Nach dem Abitur, beendete ich mein Studium in Rekordzeit und fing bei einem Markenunternehmen zu arbeiten an. Doch meine Eltern waren nicht zufrieden. Und ich nicht glücklich. Trotzdem machte ich so weiter, denn der fehlende Egoismus führte dazu, dass ich gar nicht wusste, was ich überhaupt wollte.

Einige Jahre später zeigte mir dann mein Körper, dass es nun höchste Zeit war, etwas zu ändern. Ich war zu der Zeit im Marketing bei einem internationalen Pharmaunternehmen angestellt und hatte mich ein Jahr aufgerieben. Völlig überarbeitet und ausgelaugt dachte ich: Soll das alles gewesen sein? Ich bekam eine chronische Darmerkrankung, Morbus Crohn, und kündigte meinen Job. Wer Morbus Crohn kennt, weiß, dass diese Erkrankung viel mit Stress und mit dem eigenen Selbst zu tun hat. Der Darm ist nicht umsonst unser größtes Nervenorgan.

In dieser Zeit lernte ich, dass niemand für einen sorgt, außer man selbst. Und dass niemand die Aufgabe übernehmen kann, auf sich acht zu geben und für sich und seine Bedürfnisse einzustehen.

Der Schritt in die Selbständigkeit

Der Wendepunkt kam, als ich beschloss, mich selbständig zu machen. Ich weiß es noch genau, ich hatte nur noch wenige Tage Zeit, um den Gründungszuschuss beantragen zu können. Und so sagte ich mir: Okay, Du weißt nicht wohin das führt. Vielleicht versagst Du, aber einen Versuch ist es wert. Ich hatte nur 400 Euro auf dem Konto. Sich selbständig machen ohne ein richtig üppiges, finanzielles Polster? Ja klar, warum nicht! Wenn man immer wartet, bis die Situation perfekt ist, um etwas zu tun, wird sie nie kommen. Und so gründete ich meine Agentur für Buchmarketing und Verlagskommunikation „mainwunder“ und sorge heute dafür, dass das, was Menschen schreiben, von vielen gelesen und gekauft wird.

Der Arbeitsplatz von Tanja Rörsch – Agentur mainwunder

Der Arbeitsplatz von Tanja Rörsch – Agentur mainwunder

Alle hielten mich für verrückt. Wie kannst Du nur mit Autoren arbeiten? Die sind doch total schwierig und haben noch dazu kein Geld! Such Dir doch lieber eine andere Branche, die lukrativer ist! Aber ich wollte genau das. Mit allen Herausforderungen!

Ich wusste nicht, wie ich Website, Logo und alles auf die Beine stellen sollte. Die ersten Monate bezahlte ich das Briefpapier, im nächsten kaufte ich Visitenkarten. Ich arbeitete auf einem lahmen, gebrauchten IBM und hatte keinen Schreibtisch. Doch ich habe mich von alldem und von den zweifelnden Stimmen anderer nicht abbringen lassen. Mit 400 Euro auf dem Konto ging ich los und wurde immer reicher – an Erfahrung, Liebe zum Beruf und zu mir selbst.

Wir können alles sein, was wir wollen!

Durch diesen Schritt lernte ich, dass jeder Mensch mutig ist – nur auf eine andere Art und Weise. Ich habe einen Hund aus dem Ausland aus der Tötung zu mir geholt und jeder hielt mich für verrückt. Egoismus heißt auch, Entscheidungen zu treffen, die andere nicht gut finden. Vielleicht kritisieren sie dich und Du denkst, sie finden blöd, was Du tust. In Wahrheit bewundern diese Menschen Deinen Mut. Letztlich können wir alles sein, was wir wollen. Aber es braucht ein bisschen Mut, den allerersten Schritt zu tun. Ich habe viel Zeit vergeudet, mir darüber Gedanken zu machen, wer ich bin und was ich im Leben will. Das müssen wir gar nicht alles sofort wissen! Es kommt schon von alleine, wenn man die Entscheidung trifft, sich nicht mit dem Stillstand abzufinden und den ersten Schritt geht. Mut ist letztlich  nichts anderes als an einer Weggabelung nicht wie immer nach rechts, sondern einfach mal nach links abzubiegen.“

Tanjas Arbeitsplatz

Schöne Geschichte, oder? Vielleicht inspiriert Tanjas Mut ja auch den einen oder anderen von euch, einfach mal links abzubiegen. Und, wie wir an ihrem wunderschönen Arbeitsplatz sehen: Der lahme, alte Computer gehört der Vergangenheit an, einen richtig soliden Schreibtisch gibt es inzwischen auch 🙂

Der Arbeitsplatz von Tanja Rörsch – Agentur mainwunder

Der Arbeitsplatz von Tanja Rörsch – Agentur mainwunder

Der Arbeitsplatz von Tanja Rörsch – Agentur mainwunder

Der Arbeitsplatz von Tanja Rörsch – Agentur mainwunder

Ich kann gut verstehen, dass Tanja sich in dieser Umgebung wohlfühlt und ihren Schritt in die Selbständigkeit nie bereut hat. Sie sagt: „Ich muss egoistisch sein, um glücklich zu sein. Deshalb frage ich mich heute oft, wenn ich nicht weiter weiß: Will ich das wirklich? Oder was will ich stattdessen? Wie will ich als Mensch sein – unabhängig davon, was andere von mir erwarten? Was ist mir im Leben wichtig und wie kann ich das in meinem Leben manifestieren?“

Ihr möchtet mehr über Tanja und ihre Arbeit erfahren? Besucht sie doch entweder auf www.mainwunder.de oder schaut euch die Werke ihrer Autoren an:

 

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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