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Hut ab, Göteborg!

Viele Wege führen nach Schweden und wieder von dort weg. Seit ein paar Tagen habe ich einen neuen Lieblingsweg: Die Fährverbindung von Göteborg nach Frederikshavn in Dänemark. Wie es dazu kam, will ich im Folgenden gern erläutern. Ich sag mal so: Es war nicht allein das Tischtennismatch an Bord der Stena Danica – auch Göteborg selbst weiß, wie man es Abreisenden schwer macht. Hut ab, Göteborg!

Viele Wege führen nach Schweden

Wann ich das erste Mal nach Schweden reiste, kann ich gar nicht genau sagen. Es war wohl in den 80ern, also in grauer Vorzeit. Ich reiste als Teenager mit meiner Wasserballmannschaft nach Lund, ganz im Süden des Landes, um dort ein Turnier zu spielen. Welchen Weg wir damals nahmen, erinnere ich nur grob. Die Fähre von Travemünde nach Trelleborg böte sich da ja an. Bei späteren Reisen wählte ich dann häufig die Strecke von Puttgarden auf Fehmarn mit der Fähre nach Rødby in Dänemark, dann weiter nach Helsingør und wiederum mit dem Schiff nach Helsingborg in Schweden, oder aber die Øresundbrücke, die Kopenhagen und Malmö verbindet. Ich habe vermutlich immer relativ dämlich ausgesehen, wenn ich mein kleines Auto schwer beeindruckt und mit offenem Mund über diese atemberaubende Brücke gesteuert habe. Aber das gehört dazu, würde ich jederzeit wieder tun, also dämlich gucken. Nun aber zurück nach Göteborg.

Müde in Göteborg!

hotel vasa goeteborgGemeinsam mit dem besten aller Reisebegleiter landete ich hier an einem Abend, Anfang Oktober, es dämmerte bereits. Nach einer Parkplatz-Nacht im Bully und dann diversen hundert Kilometern Autofahrt, waren wir froh, an diesem Abend ein kuscheliges Hotelzimmer zu beziehen. Der erste Eindruck von Göteborg war geschäftig, aber in Ordnung. Alles sehr aufgeräumt und grün, junge, zielstrebige Menschen, die von der Arbeit kamen, nach Hause radelten oder noch irgendwo ein Gläschen trinken wollten. Alle irgendwie schick. Das Hotel trug den wenig-originellen Namen Vasa und ich würde es jederzeit wieder wählen, perfektes Bett, hohe Decken, Stuck, recht edel und dabei sehr charmant. Diverse Restaurants und Bars in der näheren Umgebung, ohne dass man sich dabei wie am Ballermann hätte fühlen müssen. Die Fähre sollte am nächsten Morgen um 9.10 Uhr Richtung Dänemark ablegen, mehr Göteborg-Erkundung muss also ein anderes Mal auf den Reiseplan. Zwei Bierchen, eine Kleinigkeit zu essen – für mehr reichte die Kraft nicht.

Hut ab, Göteborg!

Da ich nicht im eigentlichen Sinne als Frühaufsteher zu bezeichnen bin, kann es morgens um 8 Uhr schon mal vorkommen, dass ich noch nicht recht zur Entfaltung meines optimalen Zustandes gelangt bin. So auch an diesem Morgen. Doch Göteborg hat so seine Methoden dies zu ändern, wie ich schnell feststellen durfte. Blauer Himmel, Sonnenschein. Gut, das können andere Städte auch. Die Fahrt auf die Fähre etwas holprig, irgendwer hatte uns in die falsche Spur geschickt. Schließlich aber war es geschafft und es gab nur einen Weg: Nach oben! Da war diese innere Stimme, die sehr energisch sagte „geh an Deck und schau dir diesen Hafen an, mach das jetzt, sofort. Es lohnt sich!“. Also schnell an Deck und da war es wieder. Dieses grenzdebile Staunen, das nahtlos in eines der breitesten Grinsen übergeht und dann direkt Glücksgefühle amtlichen Ausmaßes auslöst. Was für ein Blick über den Hafen! Der Hamburger an und für sich hat ja durchaus schon mal einen Hafen gesehen und glaubt generell, sich nicht so leicht von der Schönheit anderer Orte beeindrucken zu lassen. Doch: Hut ab, Göteborg! Geile Aussicht, geiler Hafen. Um das Ganze noch etwas feiner zum Ausdruck zu bringen, lasse ich an dieser Stelle einfach mal Lichtbilder sprechen.

Göteborg – ich schau mal wieder vorbei!

Der Rest der Geschichte ist schnell erzählt: Die Überfahrt von Göteborg nach Frederikshavn dauerte die angekündigten 3 Stunden und 20 Minuten. Von da geht es immer geradeaus nach Hamburg, etwa 5 Stunden dauert die Fahrt. An Bord gab es genug Platz für alle, WLAN und eben Tischtennisplatten. Nun gut, die Matches hätten jetzt doch noch erfolgreicher für mich verlaufen können. Aber irgendwas ist ja immer. Und ich sag einfach mal: Göteborg ich komm wieder und dann klappt es auch mit dem Sieg beim Tischtennis. Oder wenigstens einem Achtungserfolg 🙂

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Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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