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Der mit den Rosen spricht – Frank von Franks kleiner Garten

franks kleiner garten

Wer schon öfter hier vorbeigeschaut hat weiß: Ich liebe mein kleines Stück Land sehr, hin und wieder arbeite ich auch hochmotiviert mit Rasenmäher, Heckenschere oder Kettensäge – als klassische Gartenfee würde man mich wohl aber kaum bezeichnen. Jetzt allerdings gibt es Hoffnung: Franks kleiner Garten ist ein wunderschöner, neuer Blog, der auch den amateurhaftesten Hobby-Gärtnern hilft, ihr Anwesen unter Kontrolle zu bringen. Um mehr darüber zu erfahren, habe ich mir Garten-Blogger Frank für ein Interview geschnappt …

Frank, sein Garten und der Blog

Kompliment erst einmal zu deinem wunderschönen Blog – wie kam es zu der Idee für „Franks kleiner Garten“?
Vielen Dank für die Blumen. Schön, dass Dir die Seite gefällt. Die Idee kam mir vor etwas mehr als einem halben Jahr. 20 Jahre hatte ich bis dahin schon als Klatsch-Reporter gearbeitet, nun war Zeit für etwas neues. Ich überlegte hin und her, schließlich war klar: Ich möchte über mein Hobby schreiben – meinen Garten. Ganz schnell habe ich dann dabei festgestellt, dass der Unterschied zwischen einem Blumenbeet und einer Promi-Party sehr klein ist. Auch im Gartenbeet werden die A-VIPs besser platziert als der Rest, wollen sich die B- und C-Promis ins Rampenlicht drängen und die Adabeis versuchen ihre 15 Minuten vom Ruhm ab zu bekommen. Nur dass es sich im Garten nicht um Iris Berben, Heidi Klum oder Helene Fischer dreht, sondern um Rosen, Sträucher und Stauden oder das ungeliebte Unkraut. Im Blumenbeet wird zwar weniger Blödsinn gequatscht, dennoch ist es dort nicht weniger unterhaltsam.

frankskleinergarten

Erzähl doch mal etwas über deinen eigenen Garten – wie groß ist er, wie können wir ihn uns vorstellen?
Er ist gar nicht so groß. Die Größe spielt auch keine Rolle. Wichtig ist, dass Du in Deinem Garten Glück empfinden kannst und zur Ruhe kommst, Dich enstpannst. Ein Garten sollte immer eine sehr persönliche Oase sein. Stell ihn  Dir wie einen englische Cottage Garden vor. Er liegt versteckt hinter eine zwei Meter hohen Rotbuchenhecke. Es gibt dort ein kleines Gemüsebeet in dem ich Salate, Möhren, Tomaten, Erdbeeren, Kräuter und anderes ziehe. Ich habe mehrere Rosenbeete – die sind kunterbunt und liegen direkt an der Terrasse. Es gibt Apfelbäume,  Pflaumen- und Kirschbäume und auch einen Birnenbaum. Das sieht toll aus, wenn die im Frühjahr blühen. Dann gibt es lustige Staudenbeete, die mit Buchsbäumchen eingefasst sind. Überhaupt ist in meinem Garten jedes Beet mit Buchs eingefasst. Das gibt ihnen etwas märchenhaftes, finde ich. Vor allem im Winter. Im Frühjahr blühen in den Beeten hunderte Tulpen, im Sommer duften die englischen Rosen. Ich habe auch sehr darauf geachtet Pflanzen zu setzen, die Tiere anlocken – also Bienen, Schmetterlinge, Igel und Vögel. Es ist unfassbar, was während der Brutzeit in der Hecke los ist. Alle fünf Meter ein Nest mit hungrigen Mäulern, die gestopft werden wollen. 

Bist du sehr pingelig, wenn es um deinen Garten geht?
Nein, ich bin überhaupt nicht pingelig. Mein Garten ist ohnehin nie fertig. Das ist so ein Fimmel von mir. Ständig wird etwas ausgebuddelt und wo anders wieder eingebuddelt. Gerade erst habe ich Buchsbaumkugeln aus den Beeten hinten heraus genommen und im Vorgarten wieder gepflanzt. Ich glaube acht Kugeln waren das. Nun überlege ich natürlich, was ich an die Stelle der Buchsbaumkugeln pflanze. Ich tendiere gerade zu Hortensien, bin mir aber noch nicht sicher. Bis ich mich entschlossen habe, bleibt die Ecke eben, nun ja, naturnah. Ich gerate ohnehin nicht gleich beim Anblick eines ungewollten Löwenzahns in Hysterie. Ein Garten soll doch, wie gesagt, Erholung sein und der Entspannung dienen. Und wenn er in Stress ausartet, macht ein Garten keinen Spaß mehr.

Welche Gartenarbeiten magst du am Liebsten?
Ausbuddeln, umsetzen, einbuddeln. Das ist mir das liebste. Dann auf der Terrasse die Füße hochlegen und die eigene Arbeit bewundern. Am liebsten bei einem schönen Glas kühlem Weißwein. Als erholsam emfpinde ich auch das Schneiden von Rosen. Ich gebe zu: Mittlerweile spreche ich sogar mit meinen Rosen. Das sind wunderbare Gesprächspartner. Sie hören zu, fallen Dir nicht ins Wort und Du kannst ihnen einfach alles anvertrauen. Ich glaube so ein bisschen Ansprache tut denen auch ganz gut. Das klingt verrückt, ich weiß, aber die meisten Gärtner sprechen mit ihren Pflanzen. Unkraut zupfen ist dagegen nicht so meins. Das mag ich nicht. Das ist mir zu öde. 

Mit Golden Retriever Bruno hast du einen tollen Begleiter, wie bist du zu ihm gekommen, ist er dein erster Hund?
Bruno ist mein erster Hund. Ich hatte mir schon lange einen gewünscht. Ich fand ihn bei einer Züchterin in Schleswig-Holstein. Es war Liebe auf den ersten Blick. Er war acht Wochen alt, als er bei mir einzog.

Frank und Bruno

Frank und Bruno

Bruno hat deinen Alltag sicher komplett auf den Kopf gestellt – erzähl doch mal …
Naja,  es fängt schon im kleinen an: Aus einem passionierten Langschläfer wurde ein Frühaufsteher, aus einem ehemaligen Workoholiker ein Fan von ausgedehnten Spaziergängen. Bruno kann noch keine Treppen steigen, also steht mein Schreibtisch nun im Erdgeschoss. Weil Bruno noch zu jung für Einkaufstouren durch die Hamburger  City ist, bestelle ich meine Klamotten, Bücher oder DVDs erst einmal online. Wenn ich Freunde besuche, habe ich immer Brunos große, gelbe Tragetasche dabei. Da sind dann sein Kuscheltier Friedolin und ein Ball drin, seine Leckerlies, sein Welpenfutter, eine Flasche mit frischem Wasser und seine karrierte Reisedecke. Wenn es ihm nicht gut geht, mache ich mir fast schon hysterische Sorgen. Aus dem Garten habe ich übrigens alle gefährlichen Pflanzen gerupft. In der Vor-Bruno-Zeit bin ich im Garten immer den einfachsten Weg gegangen: Gift gegen Unkraut oder Ungeziefer und chemischer Dünger um die Pflanzen optimal zu unterstützen. Aber das ist für meinen Hund zu gefährlich. Jetzt versuche ich meinen Garten auf natürliche Weise in den Griff zu bekommen. Bruno hat mich zu einer wahren Bio-Tante gemacht

Zurück zum Garten – welche Pflanzen hast du am Liebsten, gibt es eine Lieblingsblume?
Ja, eindeutig zwei. Ich liebe Hortensien, vor allem Bauern Hortensien. Die sind pflegleicht, sehen mit ihren dicken Blütendollen einfach herrlich fröhlich aus und sind ein echter Blickfang im Garten. Und natürlich Rosen, Rosen, Rosen – am liebsten die von David Austin. Die sehen herrlich altmodisch aus und duften einfach traumhaft. Rosen kombiniert mit Katzenminze, Fingerhut und Lupinen ergeben ganz schnell und ziemlich unkompliziert ein tolles Beet.

rosen

Vielleicht noch ein Tipp für Gartenanfänger, die sich gern dem Thema nähern würden … wo fängt man an?
Vielleicht ist die besten Regel für Anfänger: „Keep it simple – halte es  einfach“. Bist Du berufstätig, solltest Du auf pflegeleichte Pflanzen setzen – Rhododendren, Rosen, Hortensien, Buchs, einige Stauden. Hast Du Kinder, die im Garten spielen wollen, brauchst Du auf alle Fälle eine große Rasenfläche. Ich finde Privatsphäre im garten immer wichtig, darum suche eine Blickdichte Hecke aus. ich bin ein Fan von Rotbuchen. An ihnen kann man wunderbar den verlauf der Jahreszeiten verfolgen.

Zum Abschluss: Welche Pläne hast du für „Franks kleiner Garten“? Was wäre dein Wunsch für den Blog?
Ich fände es großartig, wenn sich rund um frankskleinergarten.de eine freundschaftliche Comunity von Garten-Fans jeden Alters bilden würde. Egal, ob alt oder jung – hauptsache alle haben Freude an der Arbeit im Freien, im Grünen, im eigenen Garten. Wir könnten uns dann wie über einen Gartenzaun hinweg austauschen, Hilfestellunge geben, vielleicht auch Pflanzen tauschen. Das wäre doch großartig. In zwei Wochen verschicke ich den ersten Newsletter, Bruno wird noch mehr zum Blog beitragen und ich will versuchen, den Blog wöchentlich um drei oder vier Geschichten zu aktualisieren. Das ist viel Arbeit, aber es macht auch unglaublich viel Spaß.

Hier noch einmal der Link zu Franks kleiner Garten, besucht ihn auch gern auf seiner Facebook-Seite – Frank und Bruno freuen sich 🙂

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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