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Paddeln auf der Trave. Oder: Bad Oldesloe ist gar nicht so schlimm!

Es gibt Orte, deren Image ist einfach nicht das Beste. Bad Oldesloe zum Beispiel. Unangenehme Post, z. B. vom Finanzamt, kommt oft aus dieser Kreisstadt im südlichen Schleswig-Holstein. Wie will man mit so einem Städtchen warm werden? Andere kennen nur das Gewerbegebiet, in dem die KfZ-Zulassungsstelle beheimatet ist oder ein Getränk, namens Oldesloer Korn – alles nicht so richtig sexy. „Kannste nix machen, einer muss ja die undankbare Rolle bekleiden,“ könnte man jetzt denken. Doch manchmal bekommen selbst Orte wie Bad Oldesloe eine zweite Chance.

Bad Oldesloe und die Trave

Die Trave in Bad Oldesloe

Die Trave in Bad Oldesloe

Immerhin fließt nämlich die Trave durch Bad Oldesloe, so ein Flüsschen, das in Ostholstein seine Quelle hat, von dort einen großzügigen Bogen beschreibt und dann bei Lübeck in die Ostsee mündet. Schon mal nicht so schlecht, zumindest um einiges ansprechender als das Finanzamt. Und es kommt noch ein bisschen besser. Im Innenstadtbereich Bad Oldesloes gibt es diverse Speicher und Gebäude, die an längst vergangene Zeiten erinnern. Das ist nahezu malerisch und somit musste ich bereits vor einiger Zeit mein Bild der Stadt ein bisschen zurechtrücken. Ich hatte ihr über Jahrzehnte hinweg unrecht getan, gehe allerdings davon aus, dass sie mir an dieser Stelle generös verzeiht. Bad Oldesloe ist sicher schon schlimmer beleidigt worden als von mir. Als kleine Entschuldigung hier ein paar weitere Ansichten aus dem hübschen, historischen Bereich an der Trave.

Paddeln auf der Trave

Nun haben Flüsse es ja auch noch so an sich, dass man auf ihnen umherschippern kann – oder zumindest paddeln. Und genau das habe ich nun auch zum ersten Mal getan. Mit einem Kanu, einfach zu Wasser gelassen und dann losgepaddelt. Ok, ich will ehrlich sein. Ich war in Begleitung unterwegs. Mit einem ebenso orts- und sachkundigen wie charmanten Reiseleiter. So einem, dem genug Geduld und gute Laune innewohnen, um mein phasenweise sehr – nun, äh – lebendiges Geplapper und die oft spontanen Paddelunterbrechungen meinerseits zwecks Lichtbild-Aufnahmen, mit einem freundlichen Lächeln zu quittieren. Mehr geht nicht 🙂

Charmante Enten und schlafende Krokodile

Wir paddelten also raus aus Bad Oldesloe, vorbei an lebensgefährlichen Wehren, charmanten Enten, schlafenden Krokodilen (schwöre), Anglern mit verhedderten Schnüren und liebevoll-gepflegten Kleingartenanlagen ins Brenner Moor. Das ist ein idyllisches Naturschutzgebiet, landschaftlich so angerichtet, dass es bei mir zu sofortiger Entspannung beiträgt. Da erlebt man dann diese erholsamen Momente, in denen ich einfach nur freundlich-entrückt aus der Wäsche gucke (und natürlich paddele). Aber, was rede ich schon wieder so viel. Ich schlage vor, ihr schaut euch die Sache selbst an und schnappt euch bei Gelegenheit auch mal ein Kanu, um die Trave – oder einen anderen Fluss – vom Wasser aus zu erkunden. Eine absolut empfehlenswerte Art der Nachmittagsbeschäftigung. Aber seht selbst:

Schön, oder? Allerhöchste Zeit also, auch Städtchen mit einem beschissenen bescheidenen Image, eine zweite Chance zu geben. Zumal Bad Oldesloe sich ja auch damit rühmen kann, in unmittelbarer Nachbarschaft zum wunderbaren Café in der Gutshofscheune zu liegen und mittels des ansässigen Tierheims, vierbeinige Mitbewohner zu vermitteln, die mehr als nur tadellos im Fell sind. Dazu dann in den nächsten Tagen noch Breaking News der allerfeinsten Art. Bis dahin: lasst es euch gut gehen!

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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