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Sugar Girls oder der Traum vom eigenen Café

Wenn ich gefragt werde, welche Geschichten mich in meinem journalistischen Dasein am meisten begeistern, denke ich immer sofort an all die Menschen, die noch mal ganz von vorn angefangen haben. Ein Erzieher, der zum Comedian wurde, ein Banker, der seinen Traum vom LKW-Fahren verwirklicht hat, die Journalistin, die heute Menschen mit Cake-Pops beglückt. Kein Wunder, dass ich sofort restlos begeistert war, als ich zum ersten Mal von den Sugar Girls hörte.

20 Frauen und ihr Traum vom eigenen Café

Sugar Girls – 20 Frauen und ihr Traum vom eigenen Café

Sugar Girls – 20 Frauen und ihr Traum vom eigenen Café

Die Sugar Girls ist ein gemeinschaftliches Buchprojekt der Journalistin Jana Henschel, der Fotografin Ulrike Schacht und der Autorin Meike Werkmeister. Sie stellen darin 20 Frauen aus ganz Deutschland vor, die sich ihren Traum vom eigenen Café erfüllt haben. Eine unwiderstehliche Kombination aus tollen Geschichten, wunderschönen Cafés, leckeren Torten und Kuchen und dazu gibt es auch noch jede Menge DIY-Tipps und Ratschläge für Menschen, die den gleichen Traum hegen, bisher aber nicht wussten, wie sie ihn realisieren sollen! Ich habe mich spontan in das Buch und die Geschichten verliebt. Man möchte es gar nicht wieder aus der Hand legen, weil es so schön ist, all die liebevoll-geführten Cafés, die leckeren Kuchen und die sympathischen Frauen mit ihren Geschichten kennenzulernen. Deshalb freue mich sehr, drei der Sugar-Girls und Ihre Cafés hier vorstellen zu dürfen.

3 Sugar Girls, 3 Cafés

Dorte Bork war in ihrem ersten Leben PR-Assistentin in Hamburg. Doch in dieses Leben möchte sie nicht zurück. Ihr rustikales Café im Kuhstall in Schafstedt/Dithmarschen, dessen offizieller Name Kerzenhof lautet, hat sie mit viel persönlichem Einsatz umgebaut, eingerichtet und zu dem Erfolg geführt, der es heute ist. Lustig: Dorte backt sogar für das Heavy Metal Open Air in Wacken, das alljährlich über 70 000 Menschen nach Schleswig-Holstein lockt 😀

Internet: www.kerzenhof-dithmarschen.de

Isabell Buße aus Leipzig musste für ihren Traum vom eigenen Café viel Kreativität und Tatkraft beweisen. Sie hatte gerade eine Ausbildung als Friseurin abgeschlossen und war für keine Bank kreditwürdig genug. Um „Marshalls Mum“ trotzdem realisieren zu können, verkaufte Isabell ihren halben Hausstand, nahm einen kleinen Kredit im Internet auf, schraubte, hämmerte und pinselte einfach selbst mit ihrem Freund. Es sollte sich lohnen: Ihre Cupcakes sind ein echter Renner, das Café einfach nur entzückend.

Internet: www.marshallsmum.de

Bei Stefanie Leiter ist schon der Name Programm: Café Glücklich – muss ich noch mehr sagen? Für dieses Glück nahm sie allerdings gründlich Anlauf. Stefanie kündigte insgesamt FÜNF (!) Mal, bevor sie den Schritt in die Selbständigkeit schließlich wagte. Abgesehen von köstlichstem Kuchen, verkauft Stefanie auch die Möbel aus dem Café – ein cleverer Deal mit einem Trödelhändler, der dem Café auch noch regelmäßig einen neuen Look beschert. Ich denke, ich muss dringend mal nach Ravensburg 🙂

Internet: www.cafegluecklich.com

Sugar Girls, die Ladies hinter dem tollen Buch

Genauso spannend, wie die Geschichten der einzelnen Café-Besitzerinnen, finde ich die Entstehung des Buchs. Jana Henschel, die im Hauptberuf Redakteurin bei der Zeitschrift Bild der Frau ist, verriet mir stellvertretend für alle drei, wie dieses wunderschöne Stück entstand.

Wie kam es zum Projekt Sugar Girls, wer hatte die Idee? Wie habt ihr euch als Team zusammengefunden? Die besten Ideen entstehen ja beim Essen. Meike Werkmeister und ich waren bei Freunden eingeladen. Wir, beide Journalistinnen für große Frauenzeitschriften, saßen letztes Jahr nebeneinander, aßen leckere Pasta und erzählten uns von unseren Geschichten. Ich berichtete, dass ich kürzlich eine PR-Assistentin getroffen hatte, die nach Bürojob und Elternzeit ein wunderschönes Café unterm Reetdach aufgemacht hatte. Daraufhin sagte Meike: ´Witzig, ich kenne zwei Frauen, die haben das Gleiche hier in Hamburg getan.´ Und schon schwärmten wir, wie unfassbar gut diese Frauen einrichten, backen und basteln konnten. Bis eine sagte: Da steckte doch Stoff für ein ganzes Buch drin! Wer die Bilder machen sollte, war schnell klar: Ulrike Schacht. Ich hatte mit ihr gerade eine Reportage bei der Tortenqueen Peggy Porschen in London gemacht und wusste: Ulrike fotografiert nicht nur wahnsinnig toll, sie backt auch selber preisverdächtig und hat ein Händchen fürs Selbermachen. Zum Glück sagte sie Ja.

Wie habt ihr die Cafés gefunden, die im Buch vorgestellt werden? Indem wir gerne mal bis in die Nacht vor unserem Laptop saßen und Google, Pinterest und Facebook auf hübsche Cafés mit ganz unterschiedlichen Stilrichtungen durchforstet haben. Danach waren wir jedes Mal froh, wenn der Besitzer eine Frau war, die früher etwas ganz anderes gemacht hatte. Am Ende stimmten wir zu dritt ab, welche Cafés ins Buch sollen.

Sugar Girls Autorinnen: Jana Henschel, Ulrike Schacht, Meike Werkmeister

Die Autorinnen: Jana, Meike, Ulrike

Welches ist euer jeweiliges Lieblings-Café – oder Lieblings-Rezept? Irgendwie kommt es uns gemein vor, ein Café herauszuheben. Alle, die wir besucht haben, sind einzigartig schön und haben so wundervolle Besitzerinnen – wir würden da glatt einziehen! Aber unsere Lieblingskuchen gestehen wir gern: Ulli ist schon ein bisschen süchtig nach dem Apple Crumble vom „Fräulein Frieda“. Meike hat sich ganz schlimm in die Mohn-Blaubeertarte aus dem Café Livres verliebt. Und seit ich die Erdnusstarte aus dem „White Rabbit´s Room“ für meine Freundinnen nachgebacken haben, denken wir alle an fast nichts anderes mehr.

Was wären Projekte, die euch drei zu einem Neuanfang inspirieren könnten? Ulli würde gern mit ihrem Mann in einem Bus durch die Gegend reisen und Projekte fotografieren. Meike träumt von einem eigenen Bed and Breakfast irgendwo am Meer. Mich selbst sehe ich beim Träumen eher in einem bunten Blumen- und Einrichtungsladen…

Wie ist es um eure eigenen Backkünste bestellt? Könnte ich mich bedenkenlos bei euch zum Kuchen einladen? Na klar könntest du – wir würden uns freuen! Bei mir würdest du ein dickes Stück Käsekuchen nach dem Rezept meiner Omi bekommen – mit nicht zu fest geschlagener Sahne am Rand. Hmmm, den könnte ich jedes Wochenende backen, der wird durch den Eischnee so schön fluffig… Wenn du lieber Banana Bread oder Grieskuchen mit Himbeeren magst, dann lad dich bei Meike ein. Die ist darin top! Und den weltbesten Zitronenkuchen kriegst du bei Ulli. Wann immer wir im Auto unterwegs sind, hat sie ein Stückchen dabei. Ich schätze also, dass du wieder kommen willst, liebe Nicole. Mit nur einem Besuch zum Kaffee bei uns wäre es nicht getan!

Nun, Freunde der gepflegten Unterhaltung und des leckeren Kuchens, seid ihr umfassend im Bilde. Und ich kann nur noch eins sagen: Besorgt euch dieses Buch! Ihr werdet es lieben 🙂

Hier zum Beispiel: Sugar Girls bei amazon

Und dann besucht ihr die Sugar Girls bei facebook und verfolgt sie dort. Aber vorsichtig: Der Besuch dieser Seite ist dezent appetitanregend 😉

 

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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