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Zeig mir deine Tasche: Petra

zeig mir deine Tasche petra

Was für ein Glücksfall! Eher zufällig stolperte ich bei einem meiner Einsätze in der Redaktion der HÖRZU über die Tasche der charmantesten aller CvD’s (Chefin vom Dienst). Petra ist eine eher kleine und schmale Frau. Ihre Tasche dagegen ein echtes Schwergewicht. Man mag kaum glauben, dass so eine große und schwere Tasche zu dieser Person gehört. Ist aber so – und deshalb wollte ich natürlich auch wissen, was Petra alles mit sich herumschleppt! Aber von vorn …

Es war Liebe auf den ersten Blick

Petra und ihre Tasche

Petra und ihre Tasche

„Ich habe diese Tasche jetzt seit etwa sechs Jahren,“ erzählt sie mir. „Zuerst sah ich sie im Alsterhaus in Hamburg und es war Liebe auf den ersten Blick. Ich mag die Größe der Tasche und stehe auch auf das, was ich Nicht-Farben nenne. Die perfekte Tasche also für mich. Leider sollte das gute Stück des italienischen Herstellers Furla etwa 600 Euro kosten und das war dann doch deutlich mehr, als ich bereit war auszugeben. Trotzdem schlich ich wochenlang immer wieder um die Tasche herum, weil ich sie so gern haben wollte. Etwa sechs Monate später dann war ich in Italien in einem Outlet-Store. Furla hat sonst ein Sortiment, das mich überhaupt nicht anspricht. Aber, was soll ich sagen: Ganz hinten in dem Laden fand ich meine Tasche wieder und sie sollte nur etwa die Hälfte von dem kosten, was ich in Hamburg dafür hätte bezahlen müssen. Klar, dass ich sie mir sofort schnappte und zur Kasse schleppte. Dort kam es dann noch besser. Die Verkäuferin eröffnete mir mit einem Lächeln, dass ich am Schnäppchentag im Outlet-Store erschienen war. Es gab noch einmal 40 % Rabatt und so kostete die Tasche nur noch zirka 170 Euro. Es ist nicht übertrieben, wenn ich sage, dass ich die gesamte Rückfahrt nach Hamburg mit meiner neuen Errungenschaft im Auto saß, sie eng an mich drückte und mich unfassbar freute.“

Das gute Stück

Das gute Stück

Allzeit bereit

Nun fragt man sich natürlich, was Petra denn alles so mit sich herumschleppt, dass sie eine Tasche dieses Ausmaßes benötigt. Also packt sie aus und gibt zu: „Ich bin einfach gern auf jede Situation gut vorbereitet. Allzeit bereit sozusagen.“ Bevor wir die Tasche ausräumen, erzählt sie mir allerdings noch schnell die Geschichte des sogenannten „Sinnlos-Puschels“, der außen an der Tasche befestigt ist. „Eine flauschige Kugel ohne jeden Zweck, die ich einfach kaufen musste, als ich sie sah … “ Logisch 😉 – Und jetzt ans Eingemachte:

Tasche und Puschel

Tasche und Puschel

Das Innenleben der Tasche

Das ultradicke Filofax, in dem so viele Papiere stecken, dass es sich nicht mit dem dafür vorgesehenen Knopf schließen lässt. Petra erzählt: „Ich bewahre darin so viele Zettel und Briefe auf, dass immer nur drei Monate des aktuellen Kalenders hineinpassen. Dafür habe ich aber zum Beispiel ein altes Arbeitszeugnis aus dem Jahr 2001 dabei, das so überzeugend von meinen Fähigkeiten berichtet – ich denke, damit könnte ich mich auch als Bundeskanzlerin bewerben.“ Völlig nachvollziehbar, finde ich und widme mich dem nächsten, wichtigen Utensil.

Das Filofax

Das Filofax

Das dicke, fette Kosmetik- und Schminktäschchen. Petra ist absolut keine von diesen maskenartig-geschminkten Schicki-Micki-Tussis, sie geht aber häufig morgens vor der Arbeit zum Schwimmen und hat deshalb vielleicht mal ein Creme-Tübchen extra im Gepäck, wie sie mir erklärt. Und im Kosmetik-Täschchen wohnen auch wichtige Erinnerungszettel, wie man sieht.

Blick in die Kosmetik-Tasche

Blick in die Kosmetik-Tasche

Die geheimnisvollen Beutelchen. Gleich zwei Stück finden sich in Petras Tasche. Eines enthält wichtige Nutzgegenstände wie Ladekabel, Kopfhöhrer, Schuhanzieher, Fusselbürste, Kabelbinder (!) … Das andere ist eine Art Medizinschränkchen, es beherbergt Kopfschmerztabletten, Pflaster, Tropfen gegen Magen-Darm-Beschwerden, Halspastillen und sogar Tabletten, die bei Blasenentzündung helfen. Kein Wunder, dass in Petras Büro eigentlich immer Betrieb herrscht. Sie ist vermutlich die Retterin in allen Lebenslagen für viele Kollegen.

 

Der ganze Rest. Diverse, üppig bestückte Schlüsselbunde, ein Portemonnaie, zwei Brillenetuis inklusive Brilen, ein Regenschirm, ein Iphone, eine Luftpumpe, eine Bürste und ein Fläschchen Parfum, Taschentücher …

Wieder kein Schmuddelkram

Ich gebe zu: Alles sinnvolle Gegenstände. Petra ist offensichtlich einfach nur gern gut ausgestattet und nicht etwa kleptoman-veranlagt oder ähnliches. Ich kann dafür nur dankbar sein, denn schon oft hat sie mir mit einem Ladekabel für mein Telefon ausgeholfen 🙂

Nur eins haben wir auch in dieser Tasche nicht gefunden: Olle Taschentücher, Krümelhaufen, zerknüddelte Kassenbons oder verklebte Bonbons. Und das, obwohl Petra wirklich nur diese eine Tasche nutzt – seit etwa sechs (!!) Jahren! Irgendwie unheimlich. Ihr Trick: „Ich räume die Tasche regelmäßig aus und entsorge den Müll!“ Nun ja, das erscheint irgendwie logisch. Aber irgendwann erwischen wir noch einen echten Taschen-Messie. Bis dahin: Gehabt euch wohl!

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

8 Kommentare

  1. …. ich muss gestehen, dass sich die Tasche – in Fachkreisen nennt man sie bezeichnenderweise auch „Moloch“ – für’s längere Herumtragen nicht wirklich eignet. Es sei denn, man hat eine Schultermuskulatur aus Stahl….
    Soll heißen, ich werfe sie morgens ins Auto und schleppe sie dann mit letzter Kraft ins Büro. Dennoch liebe ich sie heiß und innig 🙂

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