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Ein Abend mit Eckart von Hirschhausen

Eckart von Hirschhausen als Wunderheiler

Ihr kennt das sicher: Es gibt Typen, die findet eigentlich jeder, mit dem man spricht, doof. Manchmal Oft sind es sogar Typen, die sehr erfolgreich sind und sehr viele Menschen begeistern. Nur begeistern sie irgendwie NIE die Menschen, die man persönlich trifft. Eckart von Hirschhausen ist offensichtlich so ein Typ. Ich allerdings habe das Bedürfnis, mich zu outen: Ich mag Eckart von Hirschhausen!

Kluger Humor mit Botschaft

Eckart von Hirschhausen © Frank Eidel

Eckart von Hirschhausen © Frank Eidel

Nun ist meine Sympathie für Herrn von Hirschhausen noch recht frisch. Genaugenommen entstand sie gestern Abend. Bis dahin stand ich dem Arzt unter dem Comedians eher neutral gegenüber. Sagen wir mal: Ich hatte keine Meinung, nahm aber sehr wohl wahr, dass er offensichtlich sehr polarisiert. Also griff ich einfach mal beherzt zu, als ich die Gelegenheit bekam, ihn als „Wunderheiler“ live im CCH in Hamburg zu erleben. Und, was soll ich sagen … ich habe den Abend sehr genossen.

Geht das auch detaillierter?

Absolut, seid doch nicht so ungeduldig! Also: Von 20 Uhr (es ging recht pünktlich los), bis ca. 22.40 Uhr stand der Herr von Hirschhausen in Saal 1 des CCH vor rund 2000 (!) Menschen auf der Bühne – Mal abgesehen von einer kleinen Pause, in der doch überraschend viele der gesundheitsinteressierten Gäste dringend rauchen mussten. Ein bisschen erinnerte es mich an die Szenen vor der Lungenklinik hier um die Ecke, aber das ist ein anderes Thema.

Eckart von Hirschhausen live © Michael Zargarinejad

Eckart von Hirschhausen live © Michael Zargarinejad

Zurück zu Eckart von Hirschhausen: Im ersten Teil des Abends beleuchtete er auf launige Art und Weise unsere Bereitschaft, der Schulmedizin und alternativen Behandlungsmethoden zu vertrauen. Zitat: „Der Erfolg von alternativer Medizin hängt oft davon ab, was die Alternative ist …“. Ebenso fundiert, wie pointiert, ein bisschen provokativ („Es stört mich überhaupt nicht, wenn Sie ein bisschen denken, während ich hier rede …“) und sehr unterhaltsam.
Von Hirschhausen bezieht klar Stellung zu Themen wie Bachblüten (Humbug), Vitaminpräparaten (Überflüssig) oder auch Knie-OP’s (tendenziell vermeidbar). Schon vorstellbar, dass der eine oder andere sich hier auf den medizinischen Schlips getreten fühlt. Oder zumindest beschulmeistert. Und das haben viele ja nicht so gern. Ich bin da nicht so, ein gut gemachter Scherz darf auch mal mein eigenes Verhalten in Frage stellen. Aber selbstverständlich halte ich mich eh von Bachblüten, Vitaminpräparaten und Knie-Ops’s fern 😉

Botschaft mit Lagerfeuer

Teil 2 des Abends nahm dann einen etwas anderen Verlauf. Man könnte sagen, von Hirschhausen wechselte von Körper- zu Seelen-Klempner. Und das meine ich absolut nicht abfällig. Einfache Botschaften: Achtet auf euch, tut euch Gutes, liebt euch selbst – Eckart von Hirschhausen verpackt sie mit Humor und Charme. Ja, ich mag das! Zudem nutzte er die Gelegenheit, für ein paar wunderbare Projekte zu werben, die er unterstützt.

Eckart von Hirschhausen – Humor hilft heilen © Det Kempke

Eckart von Hirschhausen – Humor hilft heilen © Det Kempke

  • Humor hilft heilen – Kurz zusammengefasst besuchen hier Clowns Krankenhäuser und Pflegeheime. In Hamburg werden sogar Nachwuchs-Pflegekräfte eigens in Sachen Humor ausgebildet. Eine tolle Sache, über die ich gern mal gesondert berichten möchte.
  • Musik – Mensch – Medizin – eine Veranstaltungsreihe des UKE in Hamburg-Eppendorf, in der es im Wesentlichen darum geht, den Heilungsprozess mit Musik zu optimieren

Ich fasse es einfach mal so zusammen: Ein Abend mit Eckart von Hirschhausen? Jederzeit wieder gern! Es war kurzweilig, ich habe gelacht, gesungen, die Hüfte geschwungen und der Gastgeber hat mich durchaus mit der einen oder anderen Botschaft berührt – das ist viel mehr, als man sonst oft geboten bekomme. Vielen Dank dafür und auf bald Herr von Hirschhausen!

Ihr wollt ihn auch sehen? Dann schaut einfach mal hier nach, wann und ob der Wunderheiler in eurer Nähe praktiziert.

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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