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Alte Küche, dezent umgemöbelt

Praktische Bestecktöpfe

Es gibt ein paar wenige Grundvoraussetzungen, die ein Zuhause für mich erfüllen muss. Es muss eine Badewanne haben, mindestens einen Balkon (besser ist natürlich eine Terrasse) und in der Küche sollte sich genug Platz zum Sitzen finden.

Nun ist unser Häuschen mit dem Baujahr 1936 ja nicht gerade das, was man weitläufig nennen würde. Und – dank 3 Türen – muss man in der überschaubaren Küche auch schon etwas tricksen, um noch einen Sitzplatz zu installieren. Aber dafür war der integrierte Ausziehtisch, an den die Vorbesitzer und Erbauer des Häuschens schon im Jahre 1973 (!!) beim Kauf der Einbauküche gedacht hatten, ein echtes Unikat. Hach, ich habe viele Stunden an diesem Tischchen gesessen und vor mich hingebloggt. Außerdem konnte man hervorragend mit bis zu drei Personen daran frühstücken, wenn alle ein bisschen zusammenrückten.

Ruhet sanft, ihr Schränke von 1973

Küchen-Demontage

Kleine Küchen-Demontage

Nun war aber kürzlich doch der Tag gekommen, an dem die Schränke, die auch besagtes Tischchen beherbergten, ihren letzten Gang gingen. Sie hatten vier Jahrzehnte treue Dienste geleistet, jetzt aber wollte ich gern etwas mehr Luft in der Küche haben und einige Schubladen waren auch schon mehrfach notdürftig zusammengeflickt worden. Also machte ich mich ans Werk und demontierte diese Zeugen der Zeitgeschichte eigenhändig. Ich sag’s mal so: Eigentlich möchte man gar nicht wissen, wie es hinter einer Einbauküche nach 40 Jahren aussieht … Dank Chalk Paint war die dahinterliegende Wand, inkl. der alten Fliesen allerdings schnell in ein freundliches Weiß getaucht. Etwas schwieriger gestaltete sich die Frage danach, wie das Ganze irgendwann einmal aussehen soll.

Charmanter Kompromiss

Praktische Bestecktöpfe

Praktische Bestecktöpfe

Nach Rücksprache mit kompetenten Beratern, entschied ich mich für einen charmanten und kostengünstigen Kompromiss. Ein sogenannter Servier-Wagen von IKEA steht nun dort, wo früher mein Ausziehtischchen wohnte. An der Wand darüber hängt eine praktische Stange für Besteck und andere Utensilien. Der Kühlschrank ist in die Ecke gewandert und insgesamt hat man jetzt durchaus das Gefühl, ein kleines Tänzchen in der Küche wagen zu können. So weit, so gut. Aber ohne Sitzplatz ist eine Küche keine richtige Küche. Und deshalb übernahm mein Liebster die ehrenvolle Aufgabe, mir ein neues Tischchen zu basteln. Andere schwören vielleicht auf teuren Schmuck als Liebesbeweis, mir bedeutet dieser kleine Sitzplatz in der Küche viel mehr, soviel ist mal amtlich.

Arbeitsplatz mit Katze

Arbeitsplatz mit Katze

Es sitzt sich ganz hervorragend in dem Eckchen am Fenster. Ohne aufzustehen, kann ich in den Kühlschrank greifen, den Backofen oder Herd bedienen, die Tür zur Küchenterrasse öffnen und parallel dazu arbeiten. Was könnte das Herz mehr begehren? Auch meine vierbeinigen Assistenten sind von der Lösung durchaus angetan. Wenn man nicht aufpasst, ist der begehrte Sitzplatz auf dem Hocker schnell belegt. Um an den Schrank dahinter zu kommen, muss ich den Tisch zwar einklappen. Aber damit kann ich ganz gut leben. Im Schrank sind Töpfe, Pfannen und einige Schüsseln. Bei guter Planung, können wir kochen ohne permanent an der Tischkonstruktion rumzumachen. Im Ganzen sieht die überarbeitete Küchenseite jetzt folgendermaßen aus. Nicht spektakulär, aber luftig, frisch und praktisch. Kleiner Umbau mit wenig Einsatz.

Der neue Arbeitsplatz

Mehr Platz in der Küche

Wo neu auf alt trifft

Das alte Schränkchen und seine inka-gelben Kollegen

Das alte Schränkchen und seine inka-gelben Kollegen

Nun trifft es sich grad ganz passend, dass Christine Finke auf ihrem Blog mama-arbeitet.de, eine Blogparade ins Leben gerufen hat, die das Miteinander von neuen und alten Gegenständen oder Möbeln zum Thema hat. Eine feine Gelegenheit, meine neuen Küchen-Mitbewohner zu präsentieren. Und auf der anderen Seite der Küche finden sich natürlich noch die Original-Schränke in Inka-Gelb aus dem Jahr 1973. Noch ein bisschen älter aber ist mit Sicherheit das kleine Schränkchen, das ich vor einiger Zeit rot angepinselt habe. Sein genaues Baujahr ist mir nicht bekannt, aber ich bin mir sicher, dass dieses Schränkchen locker 50 Jahre auf dem Buckel hat – und genau so lange hängt es auch schon in dieser Küche. Eine wunderbare Vorstellung 🙂

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Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

5 Kommentare

  1. Gefällt mir gut, eine sehr platzsparende und praktikable Variante einer Kücheneinrichtung! Dieser Servierwagen von Ikea ist mit Sicherheit ziemlich praktisch, sowohl für eine kleinere als auch eine größere Küche. Der hat doch bestimmt Rollen oder? Ich habe zuhause eine große Küche, da bei uns viele Leute im Haus wohnen und ich immer viel Kochen muss, um alle Bäuche satt zu bringen. 😀
    Da wäre der Servierwagen gerade fürs Auftischen und Abservieren eine große Hilfe, bzw. als Beistelltischchen für Ketchup, Salz etc.

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    • Klar hat der Servierwagen Rollen. Ich muss auch sagen, dass er für den relativ günstigen Preis echt solide ist und vor allem massiv. War eine gute Investition. Große Küchen sind überhaupt das Schönste! Es gibt nichts Kommunikativeres. Irgendwann, träume ich davon, einen Durchbruch von meiner Küche in das dahinterliegende Zimmer zu machen. Bis dahin kommunizieren wir wechselweise in der Küche und im Esszimmer 🙂

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