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Auf die Treppe, Chalk Paint, los …

Vermutlich habe ich es schon mehrfach erwähnt: Ich liebe alte Häuser, ihre Geschichten und den Charme, den sie oft ausstrahlen. Und es macht mich immer wieder traurig, wenn ich sehe, dass schöne Häuser einfach abgerissen werden, obwohl sie noch in einem guten Zustand sind. Das Häuschen, in dem ich selbst lebe, hätten die meisten Menschen wohl auch einfach dem Erdboden gleichgemacht.

Problemzone Treppenhaus

Teppich in braun, Tapete im Gorgonzola-Look

Teppich in braun, Tapete im Gorgonzola-Look

Überall in der Umgebung werden und wurden Häuser abgerissen, die noch besser erhalten sind. Statt ihrer stehen auf den Grundstücken jetzt Doppel- oder Reihenhäuser. Sie sehen alle gleich aus. Praktisch, gewinnbringend und seelenlos. Haus nicmag dagegen steht bescheiden dazwischen, bestimmt von vielen belächelt. Aber: ich denke gar nicht daran, es den anderen nachzumachen. Ich liebe mein Haus und deshalb habe ich auch schon viele Stunden damit verbracht, es zu renovieren. Nehmen wir zum Beispiel das Treppenhaus. Als ich es zum ersten Mal sah, war die Holztreppe vollflächig mit einem Teppich in undefinierbarem braun verklebt. An den Wänden begrüßte mich eine Struktur-Tapete in Gorgonzola-Farbe … Schön ist anders sagen wir hier im Norden. Vor dem Einzug verbrachte ich also erstmal einige Tage damit, den Teppich zu entfernen. Eine unfassbar unangenehme Arbeit. Mit Heißluft-Föhn und Spachtel löste ich Schaumstoff- und Klebereste, arbeitete mich Stufe um Stufe vor. Die Gorgonzola-Tapete strich ich zunächst einfach weiß über.

Auf die Treppe, Chalk Paint, los …

henrytreppe

Trotz Kleberesten lebte es sich ganz entspannt im Hause nicmag

Als die Treppe weitgehend sauber war und nur noch ein paar Reste des Klebers an den Holzstufen übrig, gönnte ich mir eine Pause. Ich hatte zunächst einfach keine Lust mehr, auf der Treppe zu kauern und gegen den Kleber zu kämpfen. Hin- und wieder gibt es ja auch noch mal andere Dinge zu tun. Einige Monate später stellte sich dann heraus, dass das Warten mehr als sinnvoll gewesen sein sollte. Annie Sloan Chalk Paint trat in mein Leben. Und schnell war klar: Das ist die Lösung für die meisten meiner noch nicht gelösten Einrichtungs-Problemchen. Nachdem diverse Möbel einen neuen Look bekommen hatten, fiel mein Blick auf die Treppe. Dazu muss man wissen: Eines der Annie Sloan-Bücher ziert eine kunterbunte Treppe, die nur mit verschiedenen Chalk-Paint-Farbtönen gestrichen wurde. „DAS ist DIE Idee“, dachte ich mir und machte mich ans Werk. Greek Blue und Old White waren meine Favoriten. Stufe für Stufe arbeitete ich mich vor. Und schließlich bekamen auch die Wand, der kleine Kronleuchter und der Rahmen meines Spiegels einen neuen Anstrich. Die Wand wachste ich, dadurch schimmert sie leicht. Die Treppe hat bisher noch kein Finish bekommen. Nur eine Stufe ist mit einer Wachslasur behandelt worden. Der Rest wird folgen.

Mein Ferienhaus am Meer

Das Streichen der einzelnen Stufen hatte eine regelrecht meditative Wirkung auf mich. Da die Farbe schnell trocknet und kaum riecht, war es angenehm. Teilweise klebte ich die Stufen nicht mal ab. Das Schöne an Chalk Paint ist ja, dass sie einen unperfekten Look total unterstreicht. Da kommt es nicht auf 100prozentige Akuratesse an. Und genauso verhält es sich mit dem evt. Abrieb der Stufen. Wenn das Holz wieder ein bisschen durchschimmert, verleiht dies der Treppe nur noch mehr Charme. Dann haben wir ein Ferienhaus am Meer im Shabby-Look. Was soll ich sagen? Ich bin jedesmal wieder ganz ergriffen, wenn ich das Treppenhaus betrete. Manchmal bleibe ich dort stehen und staune über die Verwandlung. Es macht mich glücklich, sie zu sehen. Jetzt aber genug der weisen Worte. Hier noch einmal der ganze Prozess in Bildern.

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Die alte Schaumstoff-Tapete ist inzwischen übrigens auch in weiten Teilen Geschichte. Beide Katzen haben mir gern dabei geholfen, das Zeug großzügig von der Wand zu kratzen. Überall, wo sie verschwindet, habe ich den perfekten Untergrund für einen schlichten Anstrich. Mal mit Chalk Paint, mal mit normaler Binderfarbe. Fertig haben wir noch lange nicht. Aber eins nach dem Anderen. In diesem Sinne: Einen schönen Sonntag!

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

7 Kommentare

  1. Wie fein und schön 🙂 – noch so eine Verrückte, die stundenlang in meditativer Bückstellung durch eine ‚olle‘ Hütte rutscht und Teppichklebereste und ähnliche Erfreulichkeiten mühsam abkratzt. Toll geworden und ich kann Dich so gut verstehen. Wir renovieren seit knapp 9 Jahren an unserem Häuschen herum, haben geflucht und geschimpft aber noch keinen Tag bereut, nicht doch was Neues, Praktisches gekauft zu haben.

    Lieben Gruß
    Barbara

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  2. Hallo Nic! Mich hat auch die multicolor Treppe des Buchcovers inspiriert! Unsere Treppe ist fast fertig. Jetzt steh ich aber vor einem Problem- vielleicht kannst Du mir helfen: Ich möchte dem Anstrich mit dem dark wax ein finish geben. Allerdings hatte ich auch vor, sie (bzw. nur die Stufen) mit
    dem Lack zu impragnieren, damit die Farbe wirklich trittsicher ist.

    ist.Weißt Du, ob man das so machen kann?

    Antworten

    • Hallo Petra, dazu kann ich dir leider nichts Verbindliches sagen. Ich könnte mir vorstellen, dass es funktioniert, aber Erfahrungswerte habe ich nicht. Vielleicht hat Sandra von den Shabby Sisters eine Idee. Ihr kannst du immer mailen oder sie bei facebook kontaktieren. Wie habt ihr denn die Treppe gestrichen? Auch bunt? Ich würde sie ja zu gern mal sehen 🙂 Viele Grüße Nic-ole

      Antworten

  3. Pingback: Endlich eine schwarze Wand – im Schlafzimmer!

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