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Bloggen & Geldverdienen? – Die Spielregeln von Google

Seit ich diesen Blog hege und pflege, muss ich mich immer mal wieder mit Themen beschäftigen, von deren Existenz ich vor einem Jahr noch nie gehört hatte. Heute ist es mal wieder soweit. Es geht um Bloggen & Geldverdienen

Klingt super? Finde ich auch. Denn: ich würde natürlich nicht über das Thema schreiben, wenn es mich nicht beträfe. Mit anderen Worten: Yaye, ich habe tatsächlich die ersten Euros mit diesem Blog eingenommen. Reichtum und Wohlstand sind in greifbarer Nähe …  Äh, also so ähnlich zumindest.

Bloggen & Geldverdienen? Wie geht das denn?

Nun fragt sich der Laie natürlich: Geldverdienen mit einem Blog? Wie geht das denn? In meinem Fall gibt es da zwei Möglichkeiten. Zum Einen sind euch vielleicht schon die (hoffentlich dezenten) Anzeigen aufgefallen. Die kommen in meinem Fall von google, ich erhalte nur einen (kleinen) Teil der Einnahmen, muss mich dafür aber auch nicht persönlich darum kümmern, wer oder was bei nicmag inserieren möchte. Die Einnahmen sind abhängig davon, wie viele Menschen hier so vorbeischauen. Und auch, wenn es quasi täglich mehr werden, ist es nicht so, dass ich dadurch bisher reich geworden wäre. Immerhin: Dieses Geld deckt einen Teil der Serverkosten, die der Blog Monat für Monat verursacht.

Variante 2: Bezahlte Artikel

Die zweite Möglichkeit, Geld mit einem Blog zu verdienen, besteht darin, dass Firmen, über deren Produkte oder Dienstleistungen ich schreibe, mich dafür bezahlen. Ja, sowas gibt es tatsächlich. Wenn ein Blog eine gewisse Leserschaft aufgebaut hat und thematisch zum Produkt passt, ist das eine ziemlich gute Sache, von der beide Seiten profitieren. Wer hier regelmäßig reinschaut, weiß ja, dass ich eh häufig über Dinge schreibe, die ich im Alltag teste. Sei es das deutsche Sportabzeichen, der HKX oder meine Kettensäge. Nun war es bisher immer so, dass ich beispielsweise sowieso eine Kettensäge brauchte (statt High-Heels) oder ohnehin nach Köln wollte und deshalb einfach beides kombinierte. Sprich Kettensäge oder Fahrkarte kaufen, Produkt ausprobieren und dann drüber schreiben.

Wenn das Produkt den Blog findet

Nun kann das aber auch andersrum laufen. Sprich: Es gibt da jemanden, der denkt, es wäre total nützlich für ihn und sein Produkt, wenn nic selbiges testet und darüber schreibt. In diesem Fall würde dieser jemand Kontakt zu mir aufnehmen und mir ein Angebot unterbreiten. Manchmal übernehmen diese Aufgabe auch Agenturen, wie z. B. Hallimash. Über diese Agentur kam ich in Kontakt mit der lustigen Keksfabrik, die mir regelmäßig ihre Produkte zum Testen schickt. Und für den Bericht über den Sanierungs-Konfigurator, den ich kürzlich schrieb, bekam ich tatsächlich Geld. Auch nicht die ganz große Nummer, trotzdem wird dieser Beitrag aus diesem Grund in meine persönliche Blogger-Geschichte eingehen.

Bezahlte Beiträge nach den Spielregeln von Google

Grundsätzlich gilt natürlich, dass ich bei nicmag nur über Dinge schreibe, die ich mag. Denn, es bleibt dabei: nicmag ist das MAGazin über die Dinge, die nic mag. Es kommt also für mich nicht infrage, Geld dafür zu kassieren, dass ich euch den letzten Schrott ans Herz lege, das würde auch schnell auffliegen, denke ich. Und bei aller Mögerei, darf ich alles, was ich teste, auch kritisch unter die Lupe nehmen. Das sind die Spielregeln, das ungeschriebene nicmag-Gesetz. Soweit so klar. Nun gibt es aber auch Gesetze (Werbung muss als solche gekennzeichnet sein) und Spielregeln, die Google vorgibt. Google? Ja, Google! Klingt seltsam, ist aber durchaus logisch. Immerhin ist Google weltweit die bedeutendste Suchmaschine. Und nur, wenn die Menschen meinen Blog über Google finden, kann ich für potentielle Auftraggeber solcher Texte überhaupt interessant sein. Denn: Wer nicht von Google gefunden wird, bloggt quasi unter Ausschluss der Öffentlichkeit und könnte statt dessen genauso gut Tagebuch führen, offline meine ich.

Stichwort Qualität

nicmag bei Google

nicmag bei Google

Wer also bei Google gut angesehen ist, wird in den Suchergebnissen weiter oben gelistet und demzufolge von mehr Menschen gefunden. Was muss ich also tun, um beim Giganten unter den Suchmaschinen gut angesehen zu sein? Theoretisch ist das einfach. Denn dafür hat Google Spielregeln erstellt, die Richtlinien für Webmaster. Sie besagen, dass Seiten mit qualitativ-hochwertigen Inhalten und einem großen Nutzen weiter oben gelistet werden sollen. Logisch: Wenn ich im Netz nach einer Anleitung zum Kamin anzünden suche, dann möchte ich die Beste auf Platz eins bei Google finden. Das spart Zeit und garantiert mir einen schönen Abend vor dem Feuer 😉

Eine Möglichkeit für Google zu erkennen, ob eine Seite besonders nützlich ist und von vielen Menschen gemocht wird, ist, wieviele Links von anderen Seiten zu dieser Seite führen. Erklärung: Ich mag meine Kettensäge und verlinke auf den Hersteller, als Service für meine Leser, die vielleicht auch eine Kettensäge kaufen möchten. Je mehr Links also zu dieser Kettensäge führen, desto besser scheint diese zu sein, sagt sich Google und listet die Kettensägen-Homepage weit oben. Die Seite bekommt einen höheren PageRank, so der Fachbegriff.

Link-Kauf ist bäh …

Wie immer, wenn Menschen Profit wittern, hat natürlich irgendjemand angefangen, diese Spielregeln „auszutricksen“. Sprich: Es gab und gibt Menschen oder Agenturen, die im großen Stile Links verkaufen. Sie zahlen Seitenbetreiber X Betrag Y dafür, dass er einen oder mehrere Links auf seiner Seite platziert. Ohne auf den Nutzen für die Leser von Seitenbetreiber X zu achten. Einziges Ziel: (ggf. völlig nutzlose) Seiten in den Google-Suchergebnissen möglichst weit nach oben zu schubsen, Leute dorhin zu locken und so ordentlich Geld über Anzeigen zu verdienen. Das klingt bekloppt, ist es auch und es nervt. Wir sind wohl alle schon mal auf einer mit Anzeigen zugekleisterten Seite ohne Nutzwert gelandet und haben uns darüber geärgert. Das wäre also soweit auch klar.

Nun ist es aber nicht grundsätzlich verboten, jemanden für einen Artikel, inklusive Link zu bezahlen. Man muss sich nur an die Spielregeln halten.

Die Sache mit den Nofollow-Links

Nehmen wir den Sanierungs-Konfigurator. Ich habe ihn getestet, weil ich mich gern mit Bau-Themen beschäftige und mein Haus eh ein Make-Over braucht. Das Thema hat mich also interessiert und passt zu meinem Blog. Im Artikel habe ich darüber geschrieben, wie mir der Konfigurator gefällt (meine ehrliche Meinung). Allerdings habe ich Geld dafür bekommen. Und deshalb gibt es zwei Voraussetzungen, die ich erfüllen muss.

    1. Artikel kennzeichnen – dies ist in diesem Fall geschehen, als ich die Markette der vermittelnden Agentur unter den Text gesetzt habe. Sponsored by Hallimash.
    2. Nofollow-Links nutzen

No-Was?? Nofollow-Links. Ich sage ja, es gibt Dinge, von denen ich nie ahnte, dass ich mich mal mit ihnen beschäftigen würde.

Ein Nofollow-Link ist auf den ersten Blick ein ganz normaler Link. Er führt zu einer anderen Seite, sorgt also dafür, dass meine Leser den Weg dorthin finden. Super-Sache also für den Seitenbetreiber zu dem der Link führt. Google allerdings nimmt Nofollow-Links nicht in die Wertung. Das heißt, sie führen nicht dazu, dass die Seite aufgewertet und höher in der Suchmaschine gelistet wird. Sie beeinflussen den PageRank also nicht.

Auf diesem Wege will Google dem oben-beschriebenen Link-Kauf-Dilemma entgegenwirken. Und ich finde das absolut sinnvoll. Ebenfalls aus oben-beschriebenen Gründen.

Die Schummler

Nun ist auch klar, dass sich wieder einmal nicht jeder an diese Spielregeln halten möchte. Wir kennen das vom Monopoly-Spielen. Einer versucht immer, zu betuppen. Oder auch mehrere. Genaugenommen sogar sehr viele. Viele Firmen und Agenturen kaufen nämlich Artikel bei Bloggern und bestehen darauf, die Sache mit den Nofollow-Links einfach nicht zu beachten. Sie wollen den doppelten Nutzen. Verständlich, aber eben nicht das, was Google möchte. Was diese Firmen und Agenturen nicht bedacht haben: Google ist nicht blöd und durchaus in der Lage, herauszufinden, wenn Links nicht auf natürlichem Wege auf eine Seite gekommen sind. Und – zack – gibt es richtig Ärger. Das heißt: Google schmeißt die betroffenen Seiten kurzerhand ganz aus der Suchmaschine. Zumindest werden sie dann nicht mehr gefunden. Das ist schon ganz großen Seiten passiert. Und das kann dazu führen, dass große Firmen von jetzt auf gleich Pleite gehen. Weil sie sich nicht an die Spielregeln gehalten haben.

Was hat das mit nicmag zu tun?

Nun bin ich kein großes Unternehmen, freue mich aber auch über Besucher und darüber, wenn Google diese zu mir führt. Und, ja, ich freue mich darüber, wenn ich Geld mit meinem Blog verdienen kann. Weil ich aber auch Qualität mag und somit nachvollziehen kann, was Google vorgeschrieben hat, halte ich mich an die Spielregeln. Nun ist es tatsächlich auch schon passiert, dass mir jemand Geld für einen Artikel geboten hat und wollte, dass ich mich nicht an die Regeln von Google halte. Es hätte alles sehr schön sein können. Die Seite gefiel mir, sie passte zu nicmag und ich hatte schon eine tolle Geschichte konzipiert. Sogar die Bezahlung wäre ganz ordentlich gewesen. Aber: Nofollow-Links waren nicht erwünscht. Und so habe ich den Artikel nicht geschrieben. Hätte doch am Ende keiner was von gehabt. Denn wenn ich schummle und Google das rausfindet, wird nicmag bestraft und der potentielle Kunde hat überhaupt nichts davon, dass der sogenannte Dofollow-Link auf meiner Seite klebt …

Und genau deshalb halte ich mich an die Spielregeln. 🙂

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

12 Kommentare

  1. Super Zusammenfassung. Hoffentlich lesen das viele Agenturen & Kunden, denn einen Bericht von nicmag über ihr Produkt hätten sicher viele gern, oder?

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  2. Hallo Nic, super Beitrag und vielen Dank, dass du uns so nett erwähnt hast. Ich hoffe du hast auch weiterhin viel Spaß bei uns und wir können noch viele coole und interessante Kampagnen zusammen machen. NoFollow-Like und Grüße sendet Florian aus dem hallimash Team

    Antworten

    • Hey Florian, schön, dass dir der Text gefällt. Für Laien ist die Sache gar nicht so einfach zu erklären. Und: Da Hallimash sich als einzige, deutsche Agentur konsequent an die Spielregeln von Google hält, ist es doch selbstverständlich, euch zu erwähnen. Interessant allerdings der Link in diesem Fall. Ich habe ihn komplett freiwillig gesetzt und selbstverständlich kein Geld dafür bekommen. Aus Unsicherheit habe ich ihn aber trotzdem nofollow gesetzt, damit keine Missverständnisse aufkommen … So ist das eben mit den Spielregeln. Auf weiterhin gute Zusammenarbeit, ich freu mich drauf 🙂

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  3. Moinsen,
    Du scheinst die Materie gut zu kennen, ich bewege mich hier auf Neuland und fürchte, die eine oder andere Tretmine zu erwischen. Deshalb meine Frage: und wie verträgt sich Google mit Zanox oder Affilinet? Ich würde gezielt Banner auf einen zweiten Blog setzen wollen, der aber mit dem normalen Wahnsinn verlinkt ist…

    Einen fluffigen Tag!
    Rike

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    • Liebe Rike, ich habe mich erfolgreich mit dem geschilderten Sachverhalt auseinandergesetzt. Das entnehme ich deinem Kommentar und deiner Einschätzung. Leider kenne ich mich mit der Fragestellung, die du hast, überhaupt nicht aus. Ich verstehe noch nicht einmal, was du da genau vorhast? Einen Extra-Blog nur für Werbung??? Das klingt komisch. Sorry, dass ich dir nicht weiterhelfen kann … Lieben Gruß Nicole

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  4. Hi Nicole,

    :-)))
    sorry für mein Kauderwelsch…
    http://normalerwahn.blogspot.de/ und http://sitzschuh.blogspot.de/ sind miteinander verbandelt… auf dem einen läuft Adsense und auf dem anderen hab ich jetzt mal selbst Banner geschaltet…in der Hoffnung, dass Google das nicht total bekloppt findet…

    Die Sache mit den Nofollow-Links hat mich ziemlich durcheinander gebracht… aber das werde ich dann auch schon irgendwie rausfinden…

    Danke dir!
    LG
    Rike

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    • Aha, jetzt verstehe ich 😉 Kann mir nicht vorstellen, dass google etwas dagegen hat. Die Sache mit den Nofollow-Links ist doch ganz einfach. Sobald du für einen Beitrag bezahlt wirst, musst du sie nutzen. Gutes Gelingen 🙂

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  5. Guter Beitrag 🙂
    Ich hab gerade erst mit dem Bloggen begonnen, lese aber schon eine Zeit lang darüber und habe nun endlich die Sache mit den No-follow-Links verstanden 🙂

    Danke dafür!

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