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Mia Morgowski – Alles eine Frage der Technik

Es gibt Bücher, die kommen leicht daher. Man erwartet eigentlich nicht viel von ihnen. Ein bisschen Romantik hier, ein bisschen Humor an anderer Stelle. Heimlich befürchtet man vielleicht sogar, aus Alters- oder anderen Gründen schon nicht mehr zur Zielgruppe zu gehören.

Expertin für leichte Romane mit Herz

Alles eine Frage der Technik von Mia Morgowski

Alles eine Frage der Technik von Mia Morgowski

„Alles eine Frage der Technik“ von Mia Morgowski ist so ein Buch. Ich bekam es in die Hand gedrückt, um es für die HÖRZU zu rezensieren. Die Kollegen dort freuen sich meistens, wenn ich mich den leichten Romanen mit Herz widme. Und die Freude ist ganz auf meiner Seite. Schließlich bin ich bekennende Leichte-Romane-Mit-Herz-Mögerin. Bei „Alles eine Frage der Technik“ war ich mir allerdings nicht ganz sicher, ob ich vielleicht schon in der falschen Lebensphase stecke, um der Protagonistin mit Leib und Seele folgen zu können. Nella ist um die 30, Inhaberin eines Fashion-Cafés in Hamburg und seit zirka einem Jahr mit Paul liiert. Schon auf den ersten Seiten stellt der geneigte Leser fest, dass die Beziehung offensichtlich kaum den Namen verdient hat. Paul ist Arzt und versucht krampfhaft seine Praxis um Dienstleistungen im Bereich der Schönheits-Optimierung zu erweitern. Das tut er gefühlt rund um die Uhr und Nella bleibt dabei auf der Strecke. All ihre Probleme diskutiert die ebenso modebewusste wie tollpatschige junge Frau mit ihren zwei besten Freundinnen. Eine davon ist Esoterikerin erster Kajüte, die andere hat gerade eine Familie gegründet. Soweit so überschaubar.

Alles eine Frage der Technik?

Sie merken es vielleicht schon. Die Geschichte drohte recht schnell ein bisschen zu klischeebeladen für meinen Geschmack zu werden. Bei aller Liebe zu leichter Unterhaltung, bin ich doch recht schnell genervt, wenn Beziehungs-Geschichten sogenannter Erwachsener komplizierter ablaufen als die von Grundschülern. Egal ob in Romanen oder im echten Leben. Trotzdem las ich tapfer weiter. Und es sollte sich lohnen.

Überraschende Wende

Mia Morgowski schreibt durchaus unterhaltsam, das allein hätte aber nicht ausgereicht. Nein, vielmehr war es der Umstand, dass Nella im Laufe der Geschichte anfängt zu bloggen. Allein diese Tatsache führte dazu, dass ich neugierig war, wie es mit ihr weitergehen würde. Egal, wie dämlich das Beziehungsgeplänkel zeitweise daherkam. Ich meine: Ganz ehrlich, sie hasst Golfspielen, er bucht trotzdem eine Golfreise für beide zusammen und glaubt allen Ernstes, sie würde irgendwie schon mitmachen? Kein Handlungsstrang, auf den die Welt jetzt gewartet hat. Aber, wissen Sie was: Lesen Sie das Buch ruhig selbst. Es lohnt sich nämlich. „Alles eine Frage der Technik“ gehört zu diesen Büchern, die einen schließlich nicht nur überraschen sondern auch mit einem guten Gefühl zurück lassen. Und dieser Gewissheit, dass es sich manchmal lohnt, einen Weg weiter zu beschreiten, der vielleicht etwas im Nebel liegt. Genauso wie das Bloggen. Das – ich denke, ich erwähnte es bereits – nimmt ja auch oft Wendungen und Schleifen, mit denen man nicht unbedingt rechnet. Und öffnet am Ende auf unerwartete Weise neue Türen. Quasi als kleiner Schlüssel zum Glück. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen und euch eine Woche voll wunderbarer Überraschungen, lesenswerter Bücher und Happy Ends 🙂

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

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