Artikel
8 Kommentare

Maus, Katze, Maus

Es soll ja Leute geben, die sich Katzen halten, damit ihnen keine Maus ins Haus kommt. Das mag vielleicht sogar hier und da funktionieren. Bei nic läuft das alles etwas anders.

Mit Henry und Maunz leben hier zwar zwei sehr famose Katzen. Zu Maus-Freiheit führt das allerdings keineswegs. Ganz im Gegenteil. Nachdem die Jungvögel dieses Jahrgangs inzwischen clever genug sind, sich von potentiellen Mördern nicht fangen zu lassen, sind Mäuse zu Jagdobjekt Nr. 1 avanciert. Nun ist es allerdings keineswegs so, dass so eine Maus gefangen und kurzerhand verspeist wird. Eventuell handhabt Henry das so. Fräulein Maunz allerdings bringt ihre winzigen Spielkameraden bevorzugt lebendig ins Haus. Vermutlich rettet sie sie erstmal vor all den Katzen in der Nachbarschaft. Einmal hier eingetroffen, kann es dann aber durchaus vorkommen, dass so ein Mäuschen dem Raubtier wieder entkommt und sich ganz clever irgendwo versteckt.

Die Maus unter dem Sofa

Eine Stärkung für die Maus

Eine Stärkung für die Maus

Teilweise sind die Tierchen ja nicht größer als eine Walnuss. Und so geschah es kürzlich ganze dreimal an EINEM Abend, dass sich eine winzig-kleine Maus hier versteckte. Nicht nacheinander, nein, wir hatten kurzzeitig drei kleine Fellbüschel gleichzeitig im Haus … Zwei der Mäuschen setzte ich eigenhändig wieder an die Luft, eine versteckte sich unter dem Sofa und verbrachte dort die Nacht. Am nächsten Tag – die Jäger waren außer Haus – fand ich das Tierchen schließlich im Esszimmer auf dem Fußboden. Einigermaßen entkräftet, aber am Leben. Was tun? Nach dem traurigen Erlebnis mit Amsel Tom wollte ich auf keinen Fall einen Fehler machen. Recherchen ergaben, dass es sich wohl um eine kleine Wühlmaus handelte. Ich setzte das schlappe, kleine Ding auf einen Teller und bot ihm etwas Wasser, ein paar Körner und etwas Nektarine an. Zunächst allerdings flüchtete sich das zitternde Ding auf meine Hand. maushandIch sag’s mal so: man müsste schon ein ziemlicher Holzklotz sein, um sich nicht spontan in so einen Fellzwerg zu verlieben. Und so bekam das Knopfauge eine kleine Pappschachtel (ohne Deckel), die für ein Stündchen als Auffanglager diente. Wir machten es uns auf der Terrasse gemütlich. Mausi aß und trank und wurde zusehends lebendiger. Ab und zu schlich sogar ein gefährliches Tier vorbei. Mausi beeinruckte das nur wenig. Ich vermute, sie fühlte sich ziemlich sicher in meiner Gesellschaft. Zumal sie ja schon eine ganze Nacht in der Höhe der Löwen überlebt hatte. Eine echte Helden-Maus eben.

Happy End in Freiheit

Maus in guten Händen

Maus in guten Händen

Natürlich konnte ich mich auch auf mein Team verlassen. Fürsorglich wurde der Gast bewacht und bestaunt. Und so kam es tatsächlich zu einem Happy End. Als die Kleine eigenständig aus ihrem vorübergehenden Zuhause klettern wollte, machte sich eine Delegation erfahrener Lebensrettungs-Aktivisten auf den Weg zum Feld hinter dem Haus. Feierlich wurde unser sympathischer Gast an einer Stelle mit wenig Brennesseln (Original-Zitat) in die Freiheit entlassen. Augenzeugen berichten, dass die kleine, puschelige Maus sich fröhlich vom Acker machte. Zurück blieben ein stolzes Grüppchen, glücklicher Lebensretter und ein paar Erinnerungsfotos. Mit den vierbeinigen Kollegen müssen wir allerdings vielleicht doch noch mal einige Regeln des Zusammenlebens besprechen.
In der Art von:

* Freunde bitte nur nach Absprache mit ins Haus bringen (und auch nicht im Haus verspeisen) * Blindschleichen sind keine Freunde, dürfen demzufolge gar nicht ins Haus * Vögel und Mäuse gelten als entfernte Freunde, die nur in absoluten Notfällen mitgebracht werden dürfen * Abgesehen davon ist jedes Familienmitglied selbst dafür verantwortlich, dass Besucher heil wieder den Weg nach Hause antreten können …
In diesem Sinne: freundliche Woche Ihnen und euch da draußen.

Adieu kleine Maus

Adieu kleine Maus

 

Veröffentlicht von

Nic arbeitet seit Anfang der 90er Jahre als Journalistin für diverse große Zeitschriften. Nic mag ihren Job und liebt Geschichten über Menschen aller Art. NicMag gibt diesen Geschichten jetzt auch virtuell Raum. Und bietet somit die Möglichkeit, auch über Hintergründe und Themen zu schreiben, für die im Print nicht immer genug Platz war und ist.

8 Kommentare

  1. Eine schöne Geschichte 🙂 Und viel besser, als wenn dir deine Jäger ihre tote Beute als Liebesgaben vors Bett legen, weil du ja so eine unbegabte Jägerin bist 🙂
    Wünsche dir, den Lebensrettern und deinen Jägern eine gute Woche
    Ann-Bettina

    Antworten

    • Dank Dir, Ann-Bettina! Ich bin auch froh, dass wir diesmal ein Happy End feiern durften. Dir auch eine schöne Woche 🙂

      Antworten

  2. Jo, das kenne ich. Katzen machen ja gerne Geschenke… und unsere seinerzeit auch gerne lebende. Vom Vogel, über Maus bis hin zum jungen Eichhörnchen durften wir alles Mögliche wieder in unserer Wohnung einfangen und nach einer kurzen Betreuung wieder in die freie Wildbahn entlassen. 🙂

    LG Thomas

    Antworten

  3. Pingback: Katze? Nichts für schwache Nerven

  4. Pingback: Wo ist Mieps? Oder: eine Katze auf Abwegen

Schreibe eine Antwort

Pflichtfelder sind mit * markiert.